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Kann ungeschützter Sex Safer Sex sein? Immer mehr schwule Männer lehnen beim Sex Kondome ab. Um das Risiko einer HIV-Infektion gering zu halten, wenden schwule Männer immer häufiger vermeintlich sichere Sexstrategien an und verzichten dafür auf Präservative. Eine Podiumsdiskussion im Sub sollte am 16. Juli aufklären. Auf dem Podium debattierten die Schwerpunktärzte Hans Jäger und Helmut Hartl, Engelbert Zankl von der Therapie-Hotline der Münchner AIDS-Hilfe und Guido Vael, Leiter Projekt Prävention im Sub. 
Trotz tropischer Temperaturen war die Veranstaltung im Sub außergewöhnlich gut besucht. Immerhin 60 Leute waren gekommen. Im Publikum: Professor Bogner von der Immunambulanz der Poliklinik in der Pettenkoferstraße, der sich ebenfalls an die Diskussion beteiligte. In einer ausgesprochenen sachlichen Atmosphäre ging es um Themen wie Schutz durch Beschneidung, die Pille davor (Pre-Expositionsprophylaxe), die Pille danach (Postexpositionsprophylaxe) und die Frage, welche Bedeutung die Viruslast für eine etwaige Übertragung des HI-Virus hat. Debattiert haben die Teilnehmer ausführlich über die neue Erkenntnis, dass das Infektionsrisiko für den aktiven Partner fast genauso groß ist wie für den passiven. Es hat sich nämlich herausgestellt, dass HIV nicht nur über die Körperflüssigkeiten Blut, Sperma, Scheidensekret und Muttermilch übertragen wird, sondern auch über einen Zell-zu-Zell-Kontakt. Da die Darmschleimhaut positiver Männer häufig eine hohe Viruskonzentration aufweist, können HI-Viren über die Eichel, die Innenseite der Vorhaut und die Harnröhrenöffnung übertragen werden. Beschnittene Männer tragen, weil ihnen die Vorhaut fehlt und die Eichel verhornt ist, zwar ein geringeres Risiko: Das Risiko, sich anzustecken, ist aber niemals gleich null, denn es bleibt immer noch die Harnröhrenöffnung als Eintrittspforte für das Virus. Für einen vollständigen Schutz beim Analverkehr bleibt das Kondom, richtig angewendet, die Methode der ersten Wahl. Guido Vael |