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Der neue Sub-Vorstand will die Öffentlichkeitsarbeit forcieren, mit anderen Einrichtungen kooperieren und das Vereinsangebot ausweiten. Auf einem Pressegespräch, das am Mittwoch im Sub stattgefunden hat, gab der neugewählte Vorstand seine Pläne und Vorhaben für 2008 bekannt. "Der gemeinnützige Verein muss sichtbarer werden", fordert das ehrenamtliche Gremium - nicht nur im Szeneviertel. Aus diesem Grund stellt das Sub im Viertel auch einen Maibaum auf.
Der neue Vorstand hat viel vor: "Wir wollen uns stärker nach außen und innen öffnen, um sichtbarer zu werde", sagt Sub-Vorstand Uwe Hagenberg, "mit entsprechenden Angeboten in Kultur, Beratung und Prävention". In den kommenden Jahren will sich das Münchner Schwulenzentrum deshalb noch besser mit anderen sozialen und kulturellen Einrichtungen in Stadt und Viertel vernetzen. "Auf diese Weise kann das Sub sein Angebot einer breiten Öffentlichkeit vermitteln", sagt Hagenberg, "und erreicht auch schwule Männer, die sich außerhalb der schwullesbischen Szene bewegen". So ergreift das Sub die Initiative und stellt zum 1. Mai einen Baum am Karl-Heinrich-Ulrichs-Platz auf, der die Vielfalt des ganzen Stadtbezirks spiegeln soll. "Der Glockenbachmaibaum ist ein Symbol für die Gemeinschaft im Viertel", sagt der Maler Robert C. Rore, der in diesem Jahr den ersten Abschnitt des Baums ("Brauchtum und Tradition") mitgestaltet. "In den kommenden Jahren ist das ganze Glockenbachquartier eingeladen mitzumachen." Tatsächlich beteiligen sich neben dem Sub das Wirtshaus im Fraunhofer, das Nord Süd Forum im Eine-Welt-Haus, das Kinder- und Jugendzentrum Kunterbunt sowie das Gärtnerplatztheater daran, den Glockenbachmaibaum in den nächsten Jahren mit bunten Quersprossen auszustaffieren, die immer andere Künstler gestalten. "Das kann eine Touristenattraktion werden", glaubt Sub-Vorstand Hagenberg. Die Deutsche Eiche hat den Baum gestiftet. Neben der Eiche treten das Café Selig und das Wirtshaus im Fraunhofer als Kooperationspartner auf. Die drei Wirte übernehmen am 1. Mai den Ausschank rund um den Maibaum. Außerdem unterstützen Rischarts Backhaus und die Schwusos von der SPD die Aktion. In diesem Sinne agiert auch die Kulturarbeit des Sub. Das Zentrum in der Müllerstraße 43 organisiert regelmäßig Ausstellungen, Podien, Kleinkunst, Filmvorführungen und Lesungen sowie natürlich Partys, die sich an alle Münchnerinnnen und Münchner richten. So mischt das Sub erneut bei der Langen Nacht der Musik mit: Am 31. Mai tritt in diesem Jahr neben den Philhomonikern unter anderem der Pianist und Liedermacher Rainer Bielfeldt auf, bekannt als Begleiter von Gayle Tufts, Alfred Biolek und Tim Fischer. Im Herbst präsentiert das Schwule Kommunikations- und Kulturzentrum eine Ausstellung, die Portraits alter schwuler Männer zeigt. Die Arbeiten hat die Fotografin Susi Knoll erstellt, die hier das Phänomen „Schwulsein im Alter“ inszeniert mit Männern, die das Leben gezeichnet hat, die aber voller Lebensfreude in ihren letzten Lebensabschnitt gehen. Die Portraitsammlung ist als Wanderausstellung konzipiert. Und natürlich wird das Sub auch in diesem Jahr wieder den CSD mitorganisieren, um nur wenige Wochen später mit dem Hans-Sachs-Straßenfest am 16. August seinen Geburtstag zu begehen. In diesem Jahr wird das Sub 22 Jahre alt. Auch die Beratungsstelle des Schwulenzentrums blickt über die Szene hinaus. So setzen die Psychologen und Sozialpädagogen in der Pestalozzistraße 6 vermehrt auf Fortbildung. Für soziale Einrichtungen der Stadt etwa in der Jungen- und Mädchenarbeit, Altenpflege und Behindertenbetreuung schon im vergangenen Jahr immer wieder Workshops zum Thema Homosexualität angeboten. "Oft stellen die Teilnehmer überrascht fest, dass sie von schwullesbischen Themen sehr wenig wissen", sagt Berater Sascha Hübner. "Mit der Vermutung, bei denen sei doch alles wie bei uns nur Mann mit Mann und Frau mit Frau, kommen sie nicht weiter. Das kann fachlich sogar problematisch werden, wenn in der Betreuung die Härten schwullesbischen Lebens ausgeblendet werden." Das Programm soll ausgebaut werden. Daneben richtet das Sub seinen Blick nach wie vor immer auch nach innen, in die schwullesbische Szene. "Wir weiten unser Angebot für Gruppen aus, die in der Vergangenheit nur selten zu uns gefunden haben", sagt Sub-Vorstand Uwe Hagenberg. Deshalb kooperiert die Sub-Beratung 2008 mit der Organisation Transmann, um schwule Transgender anzusprechen. Die Beratungsstelle hat ihr Portfolio immer wieder an die sich verändernden Bedürfnisse der Szene angepasst. So entstand 2007 mit der Kochgruppe Leckerbissen das erste Migrantenprojekt des Münchner Schwulenzentrums. Männer aus aller Welt bereiten gemeinsam Spezialitäten aus ihrer Heimat zu. Für Schwule mit Migrationshintergrund wird es 2008 neue Gruppen geben. Auch das Schwule Patenprojekt wird optimiert: Das Sub öffnet den Besuchs- und Begleitdienst für sozial Bedürftige statt wie bisher lediglich Senioren anzugehen. Eine Coming-Out-Gruppe für Männer über 30 gibt es künftig zweimal im Jahr. Auch die Rechtsberatung weitet das Sub aus: Statt einmal im Monat klären zukünftig zwei Rechtsanwälte kostenlos über juristische Fragen rund ums schwule Leben auf. Schwerpunkte bilden das Lebenspartnerschaftsgesetz und das Arbeitsrecht. Gleichzeitig gilt: Was erfolgreich etabliert ist, bleibt erhalten: Nach wie vor führt die Beratungsstelle Einzel- und Paar- sowie Gruppenberatungen im Programm; im Herbst startet eine neue Selbsterfahrungsgruppe. Grund zum Feiern gibt es ebenfalls: Ende des Jahres begeht die ehrenamtliche Abendberatung ihr 20-Jähriges. In die Szene blickt auch das Projekt Prävention im Sub. Die HIV-Vorsorge führt 2008 eine Szenebefragung durch, um ihr Angebot für die Schwulen der Stadt zu optimieren. Es geht unter anderem darum, die Aktionen der Sittenstrolche zu evaluieren. Die Sittenstrolche sind die Aktionstruppe von Sub und Münchner AIDS-Hilfe, die in der Szene mit Sketchen, Live-Acts und Theaterstücken über HIV/AIDS aufklären. Regelmäßig sind sie auch mit Bauchläden unterwegs, um Kondome und Pride-Artikel zu verteilen. Darüber hinaus will das Projekt den Online Health Support auf dem Internetportal GayRomeo ausbauen. Und schließlich arbeitet das Sub – in Kooperation mit der AIDS-Hilfe, dem Frauengesundheitszentrum und dem Projekt Information an einer Infobroschüre zum Thema "Positiv in München". "Hier wird deutlich, wie wichtig Vernetzung ist", sagt Projektleiter Guido Vael. Natürlich wird auch weiterhin der HIV-Test im Sub angeboten. Er soll, so das Ziel, bald quartalsweise stattfinden. "Unsere Projekte und Gruppen arbeiten hochprofessionell, kein anderes Schwulenzentrum in der Bundesrepublik kann ein vergleichbares Angebot vorweisen", sagt Sub-Vorstand Uwe Hagenberg. "Auch unser Kulturprogramm für 2008 ist ambitioniert." Das Schwule Kommunikations- und Kulturzentrum München will sich gerade im 850. Jahr der Stadtgründung, in dem München zum Brückenbauen aufgerufen hat, nicht auf die klassischen Highlights wie den CSD oder das Hans-Sachs-Straßenfest beschränken, wie das Projekt Maibaum zeigt. Denn, sagt Hagenberg: "Wir sind Teil dieser Stadt, wir bereichern und gestalten München mit." |