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"Brücken bauen". Das Motto, das sich der CSD in diesem Jahr gegeben hat, gilt für das Sub schon seit seiner Gründung vor nun mittlerweile fast 22 Jahren. Sichtbar macht das 2008 ganz besonders der Maibaum, den München schwullesbische Gemeinde zusammen mit dem ganzen Glockenbachviertel am Karl-Heinrich-Ulrichs-Platz aufgestellt hat, aber auch die Arbeit, die das Münchner Schwulenzentrum tagein tagaus leistet. Das Schwule Kultur- und Kommunikationszentrum ist heuer wieder mit seinen Rikschas unterwegs und nimmt als Mitveranstalter an der Politparade teil. 
Angetreten war das Münchner Schwulenzentrum 1986, um die Lebenssituation schwuler Männer zu verbessern. Es galt, sämtliche Schwulengruppen unter einem Dach zu vereinen, einen Ort der Sammlung zu schaffen, in einer Zeit, in der Schwule längst nicht wie heute selbstverständlicher Bestandteil einer weltoffenen Gesellschaft waren. Die Gründer richteten eine psychosoziale Beratung ein, sie bauten ein Anti-Gewalt-Projekt auf, später kam die HIV-Prävention hinzu, nicht zu vergessen das große Angebot an Selbsthilfe- und Freizeitgruppen. Brücken bauen - auch gegen Widerstände in Politik und Gesellschaft - war für das Schwule Kommunikations- und Kulturzentrum München, kurz Sub e.V., seit jeher existentiell, wollte es seine Arbeit aufrecht erhalten. Heute, 22 Jahre später, ist das Brückenschlagen einfacher geworden. 2008 muss sich die lesbischschwule Gemeinde der Stadt nicht mehr verstecken. Zusammen mit szenefremden sozialen und kulturellen Einrichtungen der Stadt kann eine Organisation wie das Sub inzwischen sogar einen Maibaum aufstellen, den ein ganzes Viertel als Gemeinschaftsaktion feiert. Um den "Integrationsmaibaum" am Karl-Heinrich-Ulrichs-Platz zu errichten, musste das ganze Quartier zwischen Glockenbach und Gärtnerplatz mit Hand anlegen. Und es hat funktioniert: Das Projekt ist zum Symbol des Miteinanders geworden, Münchens schwul-lesbische Szene schlägt, weil sie offen und neugierig ist, Brücken zu allen Ufern. Sie versteht sich als Teil dieser Stadt, die sie bereichert. Neben dem Sub gestalten das Eine-Welt-Haus, die Kinder- und Jugendfreizeitstätte Kunterbunt, das Wirtshaus im Fraunhofer und das Gärtnerplatztheater das Stangerl in den kommenden Jahren mit. Dass Vandalen den Baum kurz nach dem 1. Mai beschmiert haben, zeigt allerdings auch, dass nicht jeder die Brücken auch beschreiten will, die man ihm errichtet. Auf ihren Tafeln haben in diesem Jahr die Künstler Michael Borio und Robert C. Rore Frauen- und Männerpaare dargestellt, die Unbekannte mit grauer Farbe unkenntlich gemacht haben. Von einem homophoben Akt ist auszugehen. Auch wenn die Tafeln inzwischen wieder im alten Glanz erstrahlen, der Vorfall zeigt, dass Institutionen wie das Sub, die Lesbenberatungsstelle LeTRa, die Münchner AIDS-Hilfe, das lesbischschwule Jugendzentrum von Diversity und die städtische Koordinierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen nach wie vor nötig sind, um unter Heterosexuellen Vorurteile abzubauen und gleichzeitig den Homosexuellen Münchens zu helfen, die Probleme mit ihrem Anderssein haben. Ohne die gerade auch finanzielle Unterstützung der Stadt und die ehrenamtliche Hilfe vieler 100 Mitarbeiter könnten diese Vereine ihre Arbeit nicht leisten. An dieser Stelle dafür ein herzliches Dankeschön! Mit seinen Beratungs-, Präventions-, Selbsthilfe- und Freizeitangeboten, seinen Service- und Informationseinrichtungen sowie dem Café verfügt das Sub bereits über ein Programm, das seinesgleichen in der Bundesrepublik sucht. 2008 bringen wir das auf dem CSD mit dem Motto "Wir bieten mehr. Für München" zum Ausdruck. Dafür lassen wir eigens entsprechend bestückte Rikschas durch Münchens Szeneviertel fahren. Das aber reicht nicht. Dem Vorstand des Vereins, der erst vor wenigen Wochen im Amt bestätigt worden ist, ist mit dem Projekt Maibaum klar geworden, dass wir noch lange nicht am Ziel sind. Daher hat es sich das Münchner Schwulenzentrum vorgenommen, noch deutlich sichtbarer in der Öffentlichkeit aufzutreten, als das bereits in der Vergangenheit der Fall war, nicht nur in der Szene. Das heißt: mehr Vernetzung mit anderen Institutionen. Das heißt auch: mehr szeneübergreifende Angebote vor allem in Prävention, Beratung und Kultur. So kooperiert die HIV-Vorsorge in Zukunft verstärkt bundesweit mit anderen Präventionsangeboten. So setzen die Psychologen und Sozialpädagogen im Sub vermehrt auf Fortbildung von Mitarbeitern szenefremder Beratungseinrichtungen. So organisiert das Sub Ausstellungen, Podien und Lesungen, die sich explizit an alle Münchner und Münchnerinnen richten. Gleichzeitig gilt: Was sich bewährt hat, bleibt bestehen: So hat das Sub erneut mitgemischt bei der "Langen Nacht der Musik", das Sub organisiert am 14. August eine neue Magic Bar Tour, lädt am 16. August wieder zum legendären Hans-Sachs-Straßenfest. Und veranstaltet neben LeTRA, der Münchner AIDS-Hilfe und der Rosa Liste den CSD mit, der heuer wieder zwei ganze Tage lang andauert. Das Sub wünscht allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern zwei herausragende CSD-Tage bei gutem Wetter, bombastischer Stimmung und jeder Menge Spaß an Politik und Party. Die Mitarbeiter vom Sub stehen an beiden Tagen an ihrem Infostand wie in jedem Jahr Rede und Antwort! |