Vor-Ort-Arbeit in den schwulen Szenen |
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Vor-Ort-Arbeit umfast alle Aktivitäten und Methoden der aufsuchenden Präventionsarbeit in der Gruppe der schwulen und bisexuellen Männer. Wichtigste Auftrag der Vor-Ort-Arbeit ist die Primärprävention bezüglich HIV/AIDS: Neuinfektionen minimieren bzw. all das zu vermitteln, was das persönliche Risikomanagement der Zielperson ermöglichen, verbessern oder erhöhen kann. Im Sinne von Gesundheitsförderung umfasst Primärprävention auch das Vermeiden von Infektionen mit sexuell übertragbaren Krankheiten und anderen Infektionskrankheiten. Wichtigster Kontext für diese Arbeit ist das Konzept der „strukturellen Prävention“. Strukturelle Prävention bedeutet die Verschränkung von Verhaltens- und Verhältnisprävention. Die Erhöhung von Handlungskompetenz und Entscheidungsfähigkeit hat positive Auswirkungen auf selbstverantwortliches Verhalten. Um das zu erreichen, bemüht sich Vor-Ort-Arbeit um: · den Aufbau und Stärkung des sozialen Umfeldes von schwulen und bisexuellen Männern, · die Sicherstellung der individuellen Lebensqualität von HIV-Positiven und an AIDS Erkrankten. Die Vor-Ort-Arbeit arbeitet zielgruppenspezifisch. Die Zielgruppe und der Ort, an dem sie „aufgesucht“ wird, sowie das Thema bestimmen die Gestaltung jeder Vor-Ort-Arbeit: - die Wege der Ansprache
- die Wahl des Mediums und der Methode
- den Zeitpunkt und die Dauer.
Methodenvielfalt und ausreichende Kapazitäten ermöglichen die Zielgruppenspezifität. Die Vor-Ort-Arbeit arbeitet mit medialen und personalkommunikativen Methoden. Beide Methoden signalisieren und schaffen Akzeptanz; sie wirken identitätsstärkend. Mediale Arbeit (Printmedien, Dias, Videos oder Give-aways) - schafft Präsenz,
- macht Themen sichtbar und platziert sie,
- spricht direkt an (one-Way-Kommunikation),
- vermittelt Grundwissen,
- erinnert an Präventionsbotschaften,
- regt zum Nachdenken und Nachfragen an.
Personalkommunikative Methoden (Gespräch, Aktion, Veranstaltungen) - Ermöglichen die Vertiefung der Themen im persönlichen Gespräch
- Eine weitere Arbeitsform ist die Vernetzung im Bereich der Kontaktpflege, Informationsvermittlung, Weiterverweisung und Lobby-Arbeit.
- Vor-Ort-Arbeit ist lebensstilakzeptierend, lustvoll, lebensbejahend und arbeitet ohne Schuldzuweisung. Das Verständnis für die Psychodynamik von unsafem Sex ist wesentlicher Bestandteil der Präventionsarbeit.
- Vor-Ort-Arbeit greift die aktuelle Situation und aktuelle Themen in der schwulen Szene auf und setzt sie präventiv um, sofern sie HIV-relevant sind, die schwule Gesundheitsförderung betreffen oder Lebensbedingungen in der Szene fördern, die identitätsstärkend sind.
- Vor-Ort-Arbeit hat eine wichtige Funktion für die Außenwirkung ihrer Trägerorganisation in der Szene.
- Vor-Ort-Arbeit wird in einem Team von ehrenamtlichen Mitarbeitern mit hauptamtlicher Unterstützung geleistet.
Die Präventionsarbeit in München wird vom Projekt Prävention im Sub in engster Abstimmung und Kooperation mit der Münchner AIDS-Hilfe e.V. gestaltet.
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