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Am 18. Juni war es soweit. Das Schwule Kommunikations- und Kulturzentrum München lud zur interkulturellen Kochgruppe ins Café Regenbogen. Unter professioneller Anleitung bereiten die Teilnehmer der Kochgruppe Leckerbissen Spezialitäten aus ihrer Heimat zu. Das Projekt soll schwule und bisexuelle Migranten aus ihrer Isolation befreien und den Austausch zwischen den Kulturen fördern.
Monate lang hat die psychosoziale Beratungsstelle des Münchner Schwulenzentrums Sub das Projekt vorbereitet. Jetzt ist Münchens Szene bereit für ein völlig neues Angebot. Teilnehmer aus allen Ländern der Welt haben sich am 18. Juni im Café Regenbogen zur interkulturellen Kochgruppe Leckerbissen zusammengefunden, um künftig jeden zweiten Montag drei Stunden lang gemeinsam zu kochen. Die Leitung hat der Gastronomie erfahrene Murat Ürün, der als Deutschtürke selbst einen Migrationshintergrund mitbringt. Die Beratungsstelle des Sub begleitet die Arbeit des Projekts konzeptionell, intervisorisch und finanziell. Der Bezirksausschuss Ludwigvorstadt-Isarvorstadt fördert das Projekt. Partner des Projekts sind die Stadtsparkasse München, die Deutsche Eiche und das Café Selig. Das Konzept ist denkbar einfach. „Jeden Abend stellt ein anderer Teilnehmer ein Gericht aus seiner Heimat vor, das wir dann zusammen zubereiten“, sagt Murat Ürün. Der Gruppenleiter greift den Leuten unter die Arme. „Ich zeige den Leuten, wie sie richtig schneiden, wie so eine Küche organisiert werden muss, welche Hygieneregeln sie zu beachten haben oder wie man einen Tisch schön dekoriert.“ Die Gruppe betreut Murat Ürün ehrenamtlich, weil es ihm wichtig ist. Migranten hätten es oft nicht leicht, sich in die deutsche Schwulenszene zu integrieren. „Da ist zum einen die eigene Familie, die Vorbehalte gegenüber dem Thema Homosexualität hat. Aber auch die deutschen Schwulen pflegen ihre Vorurteile über Migranten." Die Kochgruppe Leckerbissen will Abhilfe schaffen. „Natürlich geht es in erster Linie einmal darum, dass die Leute Spaß an der Sache haben“, sagt Sub-Berater Sascha Hübner, der das Projekt mit seinem Kollegen Thomas Fraunholz ins Leben gerufen hat. Aber es gehe eben auch darum, die Migranten aus ihrer Isolation zu befreien. „Die Leute kommen in der Szene oft nicht unter“, sagt Sub-Berater Fraunholz. „Wir bieten ihnen mit Leckerbissen eine Möglichkeit, Gleichgesinnte kennenzulernen und vielleicht sogar Freundschaften zu schließen.“ Leckerbissen fördert so den Austausch der Kulturen – unter den Herkunftskulturen auf der einen sowie zwischen Herkunftskulturen und deutscher Gastkultur auf der anderen Seite. Besonders sorgsam geht das Sub die Anwerbung der Teilnehmer an, die naturgemäß nur schwer zu erreichen sind. Das Projekt soll vor allem auch schwule Asylbewerber ansprechen. In Asylantenheimen, Ausländerberatungsstellen, Vereinen, Migranten-Treffpunkten und der Gastronomie verteilt das Schwulenzentrum, soweit dies möglich ist, mehrsprachige Broschüren und Flyer. Das Sub informiert auf Kroatisch, Türkisch, Arabisch, Russisch, Polnisch, Italienisch, Spanisch, Französisch und Englisch. „Vieles läuft aber über Mund-zu-Mund-Propaganda“, weiß Murat Ürün, der mit Leckerbissen in seinem Freundes- und Bekanntenkreis auf großes Interesse gestoßen ist. Er liebt seine Arbeit. „Allein die vielen Rezepte, die es da gibt! Das macht schon Appetit." Leckerbissen Interkulturelle Kochgruppe für Schwule mit Migrationshintergrund. Unter professioneller Anleitung bereiten die Teilnehmer Spezialitäten aus ihrer Heimat zu. Einstieg jederzeit möglich - kurzfristige Anmeldung erforderlich! Sub-Beratungsstelle, Pestalozzistr. 6, 80469 München Seit 18. Juni jeden zweiten Montag, 19 bis 22 Uhr, Café Regenbogen Telefonsprechzeiten: Montag bis Freitag von 10 bis 12 Uhr
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Hier gibts den Leckerbissen-Flyer zum Download in zehn Sprachen |