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Der Bezirksausschuss hat Gelder zugesagt, die Stadtsparkasse ist Partner der interkulturellen Sub-Kochgruppe Leckerbissen. Unter professioneller Anleitung bereiten die Teilnehmer der Kochgruppe Leckerbissen Spezialitäten aus ihrer Heimat zu. Das Kochprojekt Leckerbissen soll schwule und bisexuelle Migranten aus ihrer Isolation befreien und den Austausch zwischen den Kulturen fördern. Förderungswürdig, findet die Stadt.
Sie kochen, was die Küche hergibt. Türken, Hispanos, Kanadier, Deutsche, Ex-Jugos. Sie kommen aus den unterschiedlichsten Ländern der Welt und sie alle eint ein Schicksal: Sie sind schwul oder bi und haben in ihrer Welt damit zu kämpfen. "Migranten haben es oft nicht leicht, sich in die deutsche Szene zu integrieren", weiß Murat Ürün von der Sub-Beratungsstelle. Ürün, selbst türkischstämmig, bietet deshalb im Auftrag der Sub-Beratungsstelle seit dem 18. Juni eine interkulturelle Kochgruppe für Schwule mit Migrationshintergrund an, die den Namen Leckerbissen trägt. Leckerbissen ist das erste Migrantenprojekt des Schwulen Kommunikations- und Kulturzentrums München. „Und es war höchste Zeit dafür“, sagt der Gastronomie erfahrene Ürün: „Da ist zum einen die eigene Familie, die Vorbehalte gegenüber dem Thema Homosexualität hat. Aber auch die deutschen Schwulen pflegen ihre Vorurteile über Migranten. Die Kochgruppe Leckerbissen will helfen. "Natürlich geht es in erster Linie darum, dass die Leute Spaß an der Sache haben", sagt Sub-Berater Sascha Hübner, der das Projekt mit seinem Kollegen Thomas Fraunholz ins Leben gerufen hat. Aber es gehe eben auch darum, die Migranten aus ihrer Isolation zu befreien. 2Die Leute kommen in der Szene oft nicht unter", sagt Fraunholz. "Wir bieten ihnen mit Leckerbissen eine Möglichkeit, Gleichgesinnte kennenzulernen und vielleicht sogar Freundschaften zu schließen." Leckerbissen fördert so den Austausch der Kulturen – unter den Herkunftskulturen auf der einen sowie zwischen Herkunftskulturen und deutscher Gastkultur auf der anderen Seite. Den Bezirksausschuss Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt hat das Konzept überzeugt. Die Bürgervertretung will Leckerbissen zu zwei Dritteln bezuschussen. An den Ausländerbeirat der Landeshauptstadt München will der Bezirksauschuss eine Petition richten, das restliche Drittel der Kosten zu übernehmen. Als Partner hatten sich schon im Vorfeld die Stadtsparkasse München, das Hotel-Restaurant Deutsche Eiche und die Gaststätte Selig großzügig gezeigt, die die Kochgruppe mit einem Einmalbetrag unterstützten. Bei der Beschaffung von Finanzmitteln unterstützt hat das Projekt auch die Koordinierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen."Dafür möchten wir uns an dieser Stelle einmal ganz herzlich bedanken", sagt Sascha Hübner. Monate lang haben Murat Ürün, Sascha Hübner und Thomas Fraunholz in aufwändiger Kleinstarbeit gemeinsam das Projekt vorbereitet. Ürün kocht, der Psychologe Hübner und der Sozioökonom Fraunholz begleiten Leckerbissen supervisorisch. Die Sub-Beratungstelle hat das Konzept für die Kochgruppe entwickelt, Fraunholz und Hübner haben die Fördermittel beantragt und kümmern sich um die Werbung. Im Café Regenbogen kochen sie nun jeden zweiten Montag drei Stunden lang mit ihren Gästen. Auf den Tisch kommt, was die Teilnehmer vorschlagen. Murat Ürün: "Jeden Abend stellt ein anderer Teilnehmer ein Gericht aus seiner Heimat vor, das wir dann zusammen zubereiten". Der Gruppenleiter greift den Leuten unter die Arme. "Ich zeige den Leuten, wie sie richtig schneiden, wie so eine Küche organisiert werden muss, welche Hygieneregeln sie zu beachten haben oder wie man einen Tisch schön dekoriert." Besonders sorgsam geht das Sub die Anwerbung der Teilnehmer an, die naturgemäß nur schwer zu erreichen sind. Das Projekt soll vor allem auch schwule Asylbewerber ansprechen. In Asylantenheimen, Ausländerberatungsstellen, Vereinen, Migranten-Treffpunkten und der Gastronomie verteilt das Schwulenzentrum, soweit dies möglich ist, mehrsprachige Broschüren und Flyer. Das Sub informiert auf Kroatisch, Türkisch, Arabisch, Russisch, Polnisch, Italienisch, Spanisch, Französisch und Englisch. "Vieles läuft aber über Mund-zu-Mund-Propaganda", beobachtet Murat Ürün, der mit Leckerbissen in seinem Freundes- und Bekanntenkreis auf großes Interesse gestoßen ist. Ein erster Erfolg: Zum zweiten Kochabend am 2. Juli traf sich die Kochgruppe ausnahmsweise im schwullesbischen Jugendzentrum an der Blumenstraße; mitgekocht haben die JungLesben Jules, die Migrationsgruppe des schwullesbischen Jugendnetzwerks Lambda, Griechen, Rumänen, insgesamt 18 bis 20 Jugendliche. "Die sind auf uns zugekommen", freut sich Sascha Hübner. Er hatte Spaß am Kochen. "Gemeinsam die Zwiebeln verbrennen zu lassen macht doch gleich viel mehr Freude." Kochgruppe Leckerbissen Interkulturelle Kochgruppe für Schwule mit Migrationshintergrund. Unter professioneller Anleitung bereiten die Teilnehmer Spezialitäten aus ihrer Heimat zu. Einstieg jederzeit möglich! Anmeldung erforderlich! Jeden zweiten Montag, 19 bis 22 Uhr, Café Regenbogen Sub-Beratungsstelle, Pestalozzistr. 6, 80469 München 089/26025070;
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