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Mit zwei Veranstaltungen hat die Sub-Beratungsstelle zusammen mit LeTRA und der Koordinierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen in den vergangenen Wochen Altenpfleger und Behindertenbetreuer für die Situation schwuler Männer und lesbischer Frauen sensibilisiert. Sascha Hübner und Andreas Görg berichten (Bilder: wildundleise.de).    
Jungen- und Mädchenarbeit, Altenpflege, Behindertenbetreuung – die Liste der Sozialinstitutionen ist lang, denen es an spezifischem Wissen um das Leben Homosexueller fehlt. Mit Vorträgen, Diskussionen und Workshops suchen das Schwulenzentrum der Stadt München, die Lesbenberatungsstelle LeTRa und die Koordinierungsstelle der Stadt München hier seit Jahren Abhilfe zu schaffen. Immer wieder kommen die BeraterInnen ihrem Auftrag nach, die Sozialarbeiter der Stadt an ihrer Erfahrung teilhaben zu lassen. "Der Bedarf für solche Fortbildungen ist da", sagt Sascha Hübner, Berater der Sub-Beratungsstelle in der Pestalozzistraße 6. "Oft stellen die Teilnehmer überrascht fest, dass sie von schwullesbischen Themen sehr wenig wissen." Das, so Psychologe Hübner weiter, kann zu Problemen in der Beratung führen. "Mit der Vermutung, bei denen sei doch alles wie bei uns nur halt Mann mit Mann und Frau mit Frau kommen sie nicht weiter. Das kann fachlich sogar problematisch werden, wenn in der Betreuung die Härten schwullesbischen Lebens ausgeblendet werden."    
Vor zwei Wochen nun haben LeTRa und Sub in einem Alten- und Seniorenzentrum eine Fortbildung angeboten, die bei den Teilnehmern außerordentlich gut angekommen ist. Thema: "Grundwissen Schwullesbische Lebensweisen für soziale Institutionen". Neben den obligatorischen Vorträgen zu Coming-out und Diskriminierung gehen die Berater von LeTRA und Sub, in diesem Falle Diana Horn, Ulrike Mößbauer und Sascha Hübner, auf die Bedürfnisse der Einrichtung ein, die sie besuchen. Hier eben: Ältere. Aber auch zu den Themen MigrantInnen, Jugendliche, Patchworkfamilien, Lebenspartnerschaften und Behinderte können Sub und LeTRa referieren. Danach stehen Fallbeispiele und ein Überblick über die schwullesbische Szene Münchens an. "Die Angebote werden sehr gut angenommen, das Feedback ist immer hervorragend", sagt Sascha Hübner.    
Mit ähnlichem Erfolg hat der Sozialpädagoge Andreas Görg, wie Hübner Berater im Sub, vergangenen Mittwoch einen Workshop zum Thema "Sexuelle Orientierung und Körperbehinderung" durchgeführt, zusammen mit Diana Horn von LeTRa. "Lesben und Schwule mit Behinderung sind ja in doppelter Hinsicht stigmatisiert", sagt Andreas Görg. Lehrer und Betreuer, die mit homosexuellen Menschen mit Behinderung zu tun hätten, wüssten oft nicht, wie sie mit solchen Leuten umgehen sollen. "Sie sind unsicher." Sub und LeTRa haben deshalb über schwullesbisches Leben, die Szene, HIV/AIDS, Diskriminierung, Vorurteile und Sexualität aufgeklärt. "Die Leute waren begeistert", sagt Görg. Die Beratungsstelle des Sub gibt es – in ihrer hauptamtlichen Form – seit 1997. Angefangen hat alles mit Einzel- und Paarberatung und dem Anti-Gewalt-Projekt für schwule Gewaltopfer. Bald kamen angeleitete Gruppen hinzu wie Selbsterfahrungs-, Eltern- und Coming-Out-Gruppen, später das Patenprojekt für schwule Senioren, zuletzt eine interkulturelle Kochgruppe für schwule und bisexuelle Migranten. Die Einrichtung des Münchner Schwulenzentrums beschäftigt fünf hauptamtliche Mitarbeiter auf zweieinhalb Stellen: Sozialpädagogen, Psychologen und einen Sozialökonomen. Beratend tätig war das Sub seit seiner Gründung am 4. September 1986 – allerdings ehrenamtlich. Die Themen, mit denen schwule Männer in die Beratungsstelle kommen, sind vielfältig: Trennung und Einsamkeit, Ängste und Lüste, Schwierigkeiten am Arbeitsplatz und in der Familie, Beziehungskrisen, Süchte aller Art, rechtliche Probleme, Gewalterfahrungen, Lebenspartnerschaftsgesetz, Asylantrag, Morddrohung, gesundheitliche Krisen beschäftigen die Klienten, die in der Pestalozzistraße Gehör finden. Und natürlich das Coming-out. |