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Applaus für das Sub - Die Mitgliederversammlung hat getagt PDF Drucken Auf Facebook teilen Twitter

Jubiläum, Umzug,  neues Organigramm – das waren die Hauptthemen, mit denen sich die diesjährige Mitgliederversammlung des Sub beschäftigt hat. Am Sonntag, 20. Februar, hatten sich knapp 60 Mitglieder in den Räumen des Münchner Schwulenzentrums in der Müllerstraße 43 eingefunden. Sie sollten sich über die Arbeit des Vereins informieren, den Vorstand entlasten und mitdebattieren.

Draußen Schneeregen, drinnen war’s sehr gemütlich. Als der Vorstand den Reigen der zahlreichen Berichte zur Arbeit des Sub begann, sah es noch so aus, als würde die Mitgliederversammlung straff und zügig vonstatten gehen. Sie sollte viereinhalb Stunden dauern.

Zu spannend waren die Projekte, die die Gruppen des Vereins an diesem Sonntag vorgestellt haben. Alle wollten mitdiskutieren. "Ich bin wirklich gerne Vorstand dieses Vereins", so Uwe Hagenberg, der mit Andreas Klose, Kai Gugel und Lars Fröhlich die Geschicke des Schwulenzentrums bestimmt. "Es passiert so viel Gutes hier."

Erster Punkt: die Finanzlage. War 2010 mehr als rosig. Der Überschuss von etwa 72.000 Euro hat das Sub seiner rigiden Kostenpolitik zu verdanken (nur zwei Prozent Steigerung), aber auch den vielen, schönen Veranstaltungen im Sub und in der Szene, die auf der Einnahmenseite zu einem Plus von fast 13 Prozent geführt haben. Einen Teil des Überschusses, den das Sub mit der Langen Nacht der Musik, dem Hans-Sachs-Straßenfest, der Magic Bar Tour, dem Rosenmontagsball uvm. erwirtschaftet hat, darf der Verein nun für den anstehenden Umzug 2012 verwenden. Insgesamt hat Münchens Schwulenzentrum bereits 80.000 Euro zusammen. Spenden willkommen!

Besonders erfreulich: Im Café steigen die Umsätze wieder! Zu verdanken hat das Sub diesen Umstand dem Ehrgeiz, der Kreativität und der Einsatzbereitschaft der Projektgruppe Café, die mit immer neuen Veranstaltungen und Partys Leute in die Müllerstraße 43 lockt. 2010 hatte das Café 365 Tage geöffnet; inzwischen hat das Sub einen festen Stamm an Abendverantwortlichen und Thekendiensten. Ein unschätzbarer Vorteil!

Der Vorstand ist für seine gute, motivierende Arbeit, unter der solche Projekte gedeihen, schnell entlastet worden.

Seit gut einem Jahr ist Christian Schultze Geschäftsführer des Vereins, er hat im vergangenen Jahr viel nach innen gewirkt und den Hauptamtlichen des Sub viel Arbeit abgenommen. Eines Tages soll er das Sprachrohr des Vereins in der Öffentlichkeit, ja der schwulen Szene Münchens werden. Doch bis dahin, muss der Vorstand noch an Befugnissen abgeben. "Ich gebe zu, dass uns das nicht leicht fällt", sagt Hagenberg, der lange für die Personalpolitik zuständig war. Mitglieder hatten vereinzelt Kritik an der Rolle geübt, die Schultze im Verein und der Szene einnimmt. "Zu unprofiliert", lautet der Tenor. Die Zukunft soll das ändern.

Schultze kommt aus Berlin, will sich in München noch stärker in Stadt und Szene verzahnen. Schon jetzt arbeitet er in den verschiedensten Gremien mit, so beim Szenestammtisch oder dem Runden Tisch der Stadt.

Auch Michael Plaß, der seine Arbeit als Zentrumschef vorgestellt hat, ist noch recht jung im Sub. Seit gut einem Jahr kümmert er sich um die Arbeit der ehrenamtlichen Gruppen in der Müllerstraße 43, führt aber auch etliche eigene Kulturveranstaltungen durch wie Lesungen, Podien, das Maibaumfest, Theatervorführungen, die Lange Nacht der Musik etc. Sein Engagement kommt in den Selbsthilfe- und Freizeitgruppen des Sub gut an. "Wir schätzen seine Arbeit sehr", sagt ein Mitarbeiter vom Infodienst.

Weil sich das Sub im Rahmen des eingeleiteten IQE-Prozesses für Schwule mit Migrationshintergrund öffnet, finden in Zukunft immer häufiger auch Events für eben diese Zielgruppe statt. So wird es künftig einen Internationalen Filmabend geben, auch ein English Book Club trifft sich schon.

Und weil das Sub umzieht, finden immer mehr Benefizveranstaltungen im Sub oder außerhalb des Zentrums statt, so die Premiere des Improtheaters isar146, ein Probono-Konzert mit den Philhomonikern oder Men at Work, die Umzugsparty.

Applaus gab es am Sonntag viel für die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter des Sub, die ihre Arbeit vorgestellt haben. Für das Zentrum, die psychosoziale Beratungsstelle in der Pestalozzistraße, die Abendberatung, die HIV-Prävention, die Pressearbeit und die vielen Gruppen, die sich im Sub regelmäßig treffen wie Gay & Gray, der Cercle Francais oder die Spielegruppe. Sie machen das Zentrum zu dem, was es ist. Ein lebendiges Abbild der nicht-kommerziellen Münchner Schwulenszene.

Und selten war der Austausch untereinander so intensiv und fruchtbar wie aktuell. Denn das Sub zieht um und bindet alle Mitglieder, Mitarbeiter, Freunde und Förderer in diesen Prozess ein.

Zum Jubiläum - 2011 feiert das Sub seinen 25. Geburtstag wird das Schwule Kommunikations- und Kulturzentrum in die Müllerstraße 14 umziehen. Der Rohbau steht schon. Die Finanzierung ist noch nicht komplett gesichert, doch laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren – nicht nur, was die Inneneinrichtung und die Bedarfsermittlung der Vereinsabteilungen angeht.

"Wir haben den Umzug zum Anlass genommen", so Vorstand Kai Gugel, "uns Gedanken zur inneren Verfasstheit des Sub zu machen". So hat sich der Verein an diesem Sonntag ein neues Organigramm gegeben, das die Verantwortlichkeiten klarer strukturieren soll. Alle Hauptamtlichen-Bereiche wie die Beratung oder die HIV-Prävention berichten künftig direkt an den Geschäftsführer, der- ausgestattet mit eigener Budgetverantwortung - in seiner Rolle gestärkt wird. Auch die Projektgruppe Café, bislang am Vorstand aufgehängt, wird ihm zugeordnet.

"Zuletzt war eigentlich niemandem mehr klar, wer an wen berichtet, wer wen ansprechen muss, wenn er einfach nur einen Raum belegen will", sagt Vorstand Lars Fröhlich. "Das haben wir mit dem neuen Organigramm, der im Rahmen eines angeleiteten Organisationsentwicklungsprozesses entstanden ist, neu geregelt." Dafür war viel Kommunikation nötig.

So gibt es fortan ein neues Kommunikationsgremium: Neben dem bereits existierenden Zentrumsrat, der sich aus Vertretern aller Hauptamtlichen- und Ehrenamtlichen-Abteilungen des Sub zusammensetzt, soll in Zukunft auch das so genannte Kernteam (Abendberatung, Infodienst, PG Café etc.), das vor allem die Veranstaltungen am Abend gruppenübergreifend koordiniert, den Austausch innerhalb des Vereins möglich machen. Die Mitgliederversammlung hat dem Vorstand die Aufgabe mit auf den Weg gegeben, den beiden Gremien eine Geschäftsordnung zu geben. Die fehlte nämlich noch.

Auch nach außen vernetzt sich das Sub immer intensiver. Vertreter des Vereins sitzen in der Münchner Regenbogenstiftung, im Arbeitskreis Glockenbachviertel, der über die Entwicklungen im Szeneviertel beraten soll, am Runden Tisch der Stadt und am Szenestammtisch. Das Sub kooperiert mit anderen Vereinen im Quartier.

Sichtbar wird das vor allem abends, wenn die Partner des Schwulenzentrums zum Thekendienst ins Sub kommen wie LeTRa, GOC oder Transmann. Sie alle sorgen dafür, dass das Sub ein Ort gelebten und gelingenden Zusammenseins ist – nicht nur unter schwulen Männern. Im neuen Sub, das mit größeren Räumen auch neue Möglichkeiten dafür bieten wird (u.a. zieht die Beratungsstelle mit ein), soll das Leben im Viertel noch bunter und reicher werden. Das Jahr 2011 kann nur gut werden!

 
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