|
Sonntag war es mal wieder soweit. Das Sub hatte zur ordentlichen Mitgliederversammlung geladen. Trotz Sonnenscheins saßen 65 Leute im ersten Stock, um viereinhalb Stunden lange über die Arbeit und Zukunft des Münchner Schwulenzentrums zu debattieren. Im Fokus stand der Umzug.
Das Vereinsleben bringt hier und da Routineaufgaben mit sich, die von Vereinsmitgliedern oft viel Sitzfleisch fordern. Von 14.00 Uhr bis 18.30 Uhr dauerte am Sonntag die ordentliche Mitgliederversammlung, zu der das Schwule Kommunikations- und Kulturzentrum München, kurz Sub e.V., geladen hatte. Langweilig war der Nachmittag indes nicht. Nach den Berichten aus den Projekten und Gruppen der Organisation und der Entlastung des Vorstands ging es um ein wichtiges Zukunftsprojekt: den Umzug. Von der Stadt hat das Sub das Angebot, in absehbarer Zeit Räumlichkeiten in der Müllerstraße 14 zu beziehen. Andreas Unterforsthuber, der sich akribisch vorbereitet hatte, stellte das Projekt als Vertreter der städtischen Koordinierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen vor. Es ging um die Finanzierung, den Lage- und Raumplan, die Zusammenführung von Pestalozzistraße, in der die Beratung sitzt, und Zentrum in der Müllerstraße. Eine große Zukunftsvision. Die Migliederversammlung billigte das Vorgehen des Vorstands und beauftragte das Gremium damit, den Umzugsplan weiterzuverfolgen. "Das ist sehr gut gelaufen", sagt Sub-Vorstand Uwe Hagenberg. "Die Mitglieder haben uns gegenüber großes Vertrauen gezeigt." Und wenn alles gut geht, bekommt das Sub vielleicht in ein paar Jahren auch endlich einmal Personaltoiletten, ein Wunsch, den so mancher Mitarbeiter seit Jahren hegt. Zweites Großprojekt: das neue Logo. Schon im Herbst vergangenen Jahres hatte sich der Sub-Vorstand daran gemacht, zusammen mit den Hauptamtlichen des Zentrums und einer Grafikern ein neues Logo für das Schwulenzentrum zu entwickeln, das die Organisation in die Zukunft begleiten soll. Das aktuelle Logo ist über 20 Jahre alt. Der Entwurf sah einen neuen Klecks und eine neue Schrift vor. Die Mitgliederversammlung einigte sich auf einen Kompromiss, der alte, "dynamische" Klecks, der noch aus den 80erJahren stammt, soll bleiben, nur die Schrift wird geändert. Die meisten hängen halt doch an dem Traditionssignet. In den nächsten Wochen setzen sich Sub und Vorstand mit der Grafikerin zusammen, um an neuen Entwürfen zu arbeiten. Letzte Neuerung: Die Geschäftsordnung für die Ehrenamtlichen. Nach jahrelanger Vorarbeit gibt es nun endlich auch die im Verein. An ihrer Entstehung mitgewirkt haben der Infodienst, die Beratung, die Projektgruppe Café, Gay & Gray, Klaus Rascher, der Vorstand und allen voran: Florian Fell, der das Projekt federführend geleitet hat. Alle drei Monate trifft sich nun fortan ein Zentrumsrat, der alle Gruppen des Zentrums in der Müllerstraße 43 vereint. So soll die Kommunikation der Ehrenamtlichen untereinander und die Verständigung der Ehrenamtlichen mit dem Vorstand verbessert werden. Die Ehrenamtlichen hatten bislang nur eine schwache Stimme im Verein. Die Details zur Arbeit der Projekte und Gruppen im Sub sind im Jahresbericht auffindbar. Er liegt am Infodienst aus. Wir danken allen Haupt- und Ehrenamtlichen, Mitgliedern, Förderern und Freunden für Ihr Engagement! Und natürlich danken wir inbesondere denen, die am Sonntag ihren Nachmittag für das Sub geopfert haben. |