| Eierlikör und Tauziehen um Glockenbachmaibaum |
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Das Fest unterm Maibaum war ein voller Erfolg. Trotz des unbeständigen Wetters. Hunderte Glockenbacher, Münchner und Oberländer, Heteros und Homos hatten sich am 1. Mai am Karl-Heinrich-Ulrichs-Platz versammelt, um den ersten Integrationsmaibaum der Stadt aufzustellen.
Ab 11 Uhr füllte sich der Platz. Vorsorglich hatten sich viele Gäste mit Regenschirmen bewaffnet, die später zum Einsatz kommen sollten. Moderator Josef Pretterer eröffnete mit Sub-Vorstand Uwe Hagenberg und Alexander Miklosy, dem Bezirksausschussvorsitzenden und Schirmherren, kurz nach elf die Veranstaltung. Den Film zum Event gibt's hier: http://romeoliebtjulian.de/rlj/main_magazin-457.html. Die Maibaumdiebe, der Burschenverein Ismaning, hatte sich in den Vorverhandlungen für zwölf Uhr angekündigt. Gegen 12.20 Uhr war es dann soweit. Traktorgebrumme und Blasmusik kündigten den Maibaum an. Josef Pretterer und Uwe Hagenberg führten geschickt durch die Auslöseverhandlungen; schließlich ließ sich der Verhandlungsführer der Gegenseite, Gregor Mülbl, auf den folgenden Deal ein: Das Sub opferte 40 Brotzeiten, 50 Liter Freibier und fünf Flaschen Eierlikör. Außerdem sollten zehn Burschen gegen zehn Vertreter der schuwl-lesbischen Szene zum Tauziehen antreten. Dann gings ans Aufstellen des Baums. Mit der Unterstützung der Künstler Michael Borio und Robert C. Rore wurden die Tafeln am Baum befestigt. Innerhalb von 25 Minuten stand der Baum, zehn Meter hoch, kunstvoll verziert. Eine Extra-Tafel gab's von den Burschen. Pünktlich mit Aufstellen des Baumes kam dann die erste von insgesamt drei Regenduschen, die aber der Stimmung auf dem Platz nichts anhaben konnte. Die Besucher des Festes retteten sich unter ihre Schirme beziehungsweise unter die Stände von Deutscher Eiche, Selig und Fraunhofer. Rechtzeitig um 14 Uhr zum vereinbarten Tauziehen zwischen den Ismaninger Burschen sowie dem Sub und seinen Freunden herrschte dann auch wieder eitel Sonnenschein. Gregor Mübl war im Vorfeld noch zuversichtlich, er und seine Mitkämpfer hätten gegen die "schwule Übermacht" von zwölf Glockenbachlern ein leichtes Spiel. Weit gefehlt: Die Homos haben die Heteros flach gelegt. Lumpen lassen haben sich die Burschen indes nicht. Die würdigen Verlierer haben das Sub zu ihrem Bierfest eingeladen. Und natürlich hat das Münchner Schwulenzentrum, das auch ein Kulturzentrum ist, ein Rahmenprogramm auf die Beine gestellt. Im Angebot: die Aubinger Blasmusik, die sowohl die Schwuhplattler begleitet hat als auch das Aufstellen des Maibaums. Den Auftritt des Attac Chors hat die Maikönigin aus dem Selig unterbrochen. Immer für eine Überraschung gut. Danach: die Oberammergauer Band Kofelgschroa mit einem charmanten Programm vor Silvia Francesca, der Schlagersängerin. Das Sub bedankt sich bei den Mitgliedern des Bezirksausschusses für die tatkräftige und finanzielle Unterstützung. Ebenso gilt der Dank auch den Künstlern, den Wirten, der Bäckerei Rischart, Löwenbräu und last but not least den vielen ehrenamtlichen Helfern. Lars Fröhlich |