Neuer Kulturchef fürs Sub!

Michael PlaßSeit neun Jahren engagiert sich Michael Plaß ehrenamtlich für das Schwule Kommunikations- und Kulturzentrum München, kurz Sub. Am 1. April tritt der 28-Jährige eine feste Stelle an und übernimmt die Aufgaben von Klaus Rascher.

Er ist jung, engagiert und voller Pläne. Michael Plaß, 28 Jahre alt, freut sich über die Maßen über seinen neuen Job. "Ich habe viel vor“, sagt der Pädagogikstudent, der seit dem 1. April im Sub die halbe Stelle des Zentrumsleiters inne hat. Er berichtet an Sub-Geschäftsführer Christian Schultze, dem neben dem Zentrum als Personalchef auch die psychosoziale Beratungsstelle in der Pestalozzistraße 6 untersteht.

Klaus Rascher, der den Job seit 1998 gemacht hat, verlässt das Sub aus persönlichen Gründen. Der Vorstand dankt ihm für seine Arbeit. "Klaus Rascher hat das Kulturleben des Vereins in den vergangenen Jahren professionalisiert, maßgeblich geprägt und das Sub zuletzt auch fürs Viertel geöffnet", sagt Uwe Hagenberg, "zum Beispiel mit dem Maibaumfest und der Langen Nacht der Musik. Diesen Kurs wollen wir fortsetzen".

Das Zentrum in der Müllerstraße 43 beherbergt die Freizeit- und Selbsthilfegruppen des Münchner Schwulenzentrums, ein Café, den Infodienst und die Abendberatung. Regelmäßig finden hier kulturelle Veranstaltungen statt wie Ausstellungen, Lesungen, Podiumsdiskussionen, Filmabende und natürlich Partys. Das meiste davon organisieren die rund 150 ehrenamtlichen Mitarbeiter des Vereins.

Ehrenamtliche Mitarbeiter gut betreuen
Plaß wird ihr erster Ansprechpartner. "Ich finde die Arbeit, die das Sub macht, außerordentlich wichtig", sagt der junge Zentrumsleiter. Ohne die Ehrenamtlichen könnte das Münchner Schwulenzentrum schließen. Deshalb will der gebürtige Münchner vor allem sie gut betreut wissen. "Die Frage ist: Was brauchen die, was finden sie gut, was fehlt ihnen im Sub, um gut zu arbeiten."  Nur so könne das Angebot an Freizeit- und Selbsthilfegruppen im Sub stabilisiert und langfristig ausgebaut werden.

In den vergangenen Jahren hat sich Plaß selbst ehrenamtlich engagiert. Seit 2001 steht er immer wieder an der Theke im Café, meistens ist er aber mit den Sittenstrolchen, der Aktionstruppe des hauseigenen Projekts Prävention, in der Szene unterwegs, um schwule Männer über die Risiken und Gefahren von HIV und AIDS aufzuklären. In Bars, Kneipen und Clubs verteilt er Kondome und Szeneartikel. Dem Job will er treu bleiben.

Auch das Networking im Szeneviertel ist dem neuen Zentrumsmanager wichtig. "Das Glockenbachviertel verändert sich, immer mehr Familien ziehen her, viele sind wohlhabend." Das Zentrum müsse sich deshalb noch stärker für andere Gruppen und Menschen aus der Szene, gerade die jungen öffnen, die mit dem Sub heute noch nicht viel anfangen können, aber auch die nicht-schwule Umgebung, die sich mit den Werten des Vereins identifizieren könne. "Das Sub hat da schon einiges getan", sagt Plaß. Zur Langen Nacht der Musik kommen Jahr für Jahr viele Neugierige aus der ganzen Stadt.

Die Kultur ist überhaupt wichtig fürs Zentrum. Natürlich wird Michael Plaß die laufenden Projekte weiterverfolgen wie das Maibaumfest, die Lange Nacht der Musik, die Magic Bar Tour, das Hans-Sachs-Straßenfest und den CSD. Aber er möchte auch eigene Akzente setzen mit interaktiven Screenings, VJs, Bands, junger Kunst, Polit-Aktionen. "Wir sind für alle da, die sich für queeres Leben in München interessieren." Willkommen im Sub!