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Das Sub feiert 15 Jahre Ausgehgruppe!

Ein kleines Fest für eine großartige Truppe

Wie das so ist mit den eigenen Babys. Irgendwann werden sie erwachsen und machen, was sie wollen. Die Ausgehgruppe im Sub wurde einst von der Beratungsstelle ins Leben gerufen. Klar: Wer Anschluss suchte, konnte sich da leicht integrieren. 15 Jahre ist das jetzt her, am 10. Januar feiert die Ausgehgruppe Geburtstag. Um acht Uhr abends gibt‘s im Sub ein kleines Fest. Herzlich willkommen!

So alt wie ein Teenager also und benimmt sich auch so. Von der Beratungsstelle hat sich die Ausgehgruppe längst emanzipiert. Die machen jetzt, was sie wollen. Eine klassische Trotzreaktion, könnte man meinen, Pubertät halt. Aber eigentlich sind die Jungs aus der Gruppe ziemlich nett. Jeden zweiten und vierten Mittwoch treffen sie sich im Sub in der Müllerstraße 14, gehen was essen und wer mag, zieht weiter.

Manche sind schon eine ganze Weile dabei, aber immer wieder schauen Neue rein. Im Kern sind sie sechs bis zehn. "Bei uns kann man sehr einfach Leute kennenlernen", sagt Peter Morath. Er ist schon immer dabei. Als er das erste Mal zur Gruppe stieß, saßen da ausschließlich Techniker, alle zwischen Mitte 30 und 40. Heute sind auch Jüngere dabei. "Einmal haben wir den ganzen Abend über elektronische Schaltkreise geredet", sagt er und lacht. "Das war im Mylord und dazu die plüschige Sessellandschaft." Das Lokal gibt es heute nicht mehr und die Anzahl der Technikfreaks hat sich auf das für schwule Gruppen übliche Maß reduziert.

Einmal war ein Hetero da

Sie erkunden die Szene, gehen mal schwul weg, mal in ein weniger einschlägiges Restaurant. Jeder zahlt sein Zeug und gut ist. Die Gespräche kreisen um Beruf, Alltag, das Leben und die Liebe, alles ganz unkompliziert.

Freundschaften sind entstanden über die Jahre, hier und da auch mal eine kleine Liebschaft. "Aber die Regel ist das nicht", sagt Peter. Einmal verirrte sich sogar ein Hetero in die Gruppe. "Der hatte im Netz über uns gelesen, war zu Besuch in München und wollte schlicht mit anderen Leuten ein paar Bier trinken", erinnert sich Peter. Er hat erst ziemlich spät gemerkt, dass er da an der falschen Adresse ist. "Da waren im Spike schon zwei von uns mit dem Sling beschäftigt." Peter lacht. Auch das Lokal hat inzwischen dicht gemacht. Was für eine Anekdote.

Übrigens zieht die Ausgehgruppe gelegentlich auch zu größeren Events fort aus der Szene, dann gehen sie wandern, laufen beim CSD mit oder heben eine Maß auf dem Oktoberfest. Sie sind eben doch Freunde geworden über die Zeit, eine Gruppe, die zusammenhält und tut, was ihr Freude bereitet. 15 Jahre werden sie jetzt alt, fast erwachsen. Zeit auszugehen.