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Ausgehetzt: "Eine offene Gesellschaft ist für alle gut!" mit VIDEO

Christopher Knoll spricht für das Sub auf der Demo gegen Rechts

Mehrere Zehntausend Menschen haben in München am Sonntag, 22. Juli, gegen den Rechtsruck in Gesellschaft und Politik demonstriert. Mehr als 150 Organisationen hatten unter dem Motto "#ausgehetzt - Gemeinsam gegen die Politik der Angst" zu der Demo aufgerufen, unter anderem das Sub. Am Karl-Stützel-Platz machte der LGBTI-Block Halt. Sub-Berater Christopher Knoll hielt neben anderen eine Rede. Hier nochmal zum Nachlesen.

"Das Sub kämpft als Schwules Kommunikations- und Kulturzentrum seit über 30 Jahren für die Rechte und Anerkennung von Schwulen und Lesben. Wir wähnten uns auf einem guten Weg. Aber die Gewalt und Diskriminierung gegen Lesben, Schwule, Trans*- und Inter*-Personen nimmt seit ein paar Jahren wieder zu. Ich habe drei Dinge dazu zu sagen:

Erstens: Es ist unerträglich, in welche Richtung das politische Pendel ausschlägt, nämlich nach weit rechts. Die CSU liefert sich ein Wettrennen mit den Rechtsextremen, wer von ihnen homo-, trans*-phober, rassistischer und fremdenfeindlicher sein kann, mit der Konsequenz, dass diese Gruppen Opfer von Hassgewalt werden. Wir wünschen uns eine Politik, dich sich nicht für ein blau-weiß-braunes Bayern, sondern für ein blau-weiß-buntes Bayern entscheidet. Denn alles andere ist braune Scheiße. HIER DAS VIDEO

Wir wollen eine Polizei, die hinschaut! Und eine freie Gesellschaft

Zweitens: An die Polizei. Wir wollen eine Polizei, die wir auch mal als Freund*in und Helfer*in erleben können. Zu oft ist die Polizei bei homophoben und trans*-phoben Taten untätig oder sie verfolgt diese Taten nicht als das, was sie sind, nämlich politisch motivierte Kriminalität. Sei es, weil das mehr Arbeit machen würde oder weil man es nicht in den Statistiken haben will: Wir wollen endlich eine Polizei, die mit uns kooperiert, und nicht eine, die oft genug nicht genug macht.

Drittens: Große Teile der Gesellschaft haben offenbar Angst davor, ihre Privilegien zu verlieren, wenn sie Minderheiten nicht dauernd klein halten und unterdrücken. Wir sagen dazu: Freiheit von Minderheiten bedeutet, dass die ganze Gesellschaft freier wird und dann alle Menschen in einer freieren Gesellschaft leben. Indem wir bunt sind, nehmen wir niemandem etwas weg, im Gegenteil, wir schenken der Gesellschaft Freiheit und Vielfalt.

Zeigt Übergriffe an!

An Euch Teilnehmer*innen: Wenn ihr schwul, lesbisch, trans*, inter*, non-binär oder auf eine andere Art queer oder nicht heterosexuell seid, zeigt und feiert das. Wenn Ihr Beleidigungen oder Übergriffe gegen Lesben, Schwulen, Trans*- und Inter*-Personen mitbekommt: Empört Euch und zeigt es an. Und ansonsten Danke Euch allen auf dieser Demo, dass Ihr Diskriminierung, Vorurteilen und Angst Eure Vielfalt entgegensetzt!"