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Heimatsuche - 1000 Kilometer sind nicht genug!

Matthias Keitel stellt im Sub Portraits schwules Geflüchteter aus

Wer von Zuhause flieht, muss einem hohen Leidensdruck ausgesetzt sein. Finden die Betroffenen überhaupt eine neue Heimat? Der Münchner Fotograf Matthias Keitel geht der Frage in seiner neuesten Ausstellung nach. Vernissage am 25. Mai um 19.30 Uhr im Sub.

Flucht, Ankommen, Heimat. Das sind die Themen, die Matthias Keitel in seiner Ausstellung "Heimatsuche - 1000 Kilometer sind nicht genug" beschäftigen. Der Münchner Fotograf hat schwule Flüchtlinge portraitiert, drei Männer, zwei Paare. Die existenzielle Gefährdung, die zur Flucht führt - so fragte er sich - müsste doch ein Maximum an Not bringen und dadurch ein anderes Verständnis von Heimat prägen. Kann der Verlust des alten Zuhauses eine neue Heimatsuche auslössen? Wie lange benötigt ein Mensch, der vertrieben wurde, um sich woanders heimisch und aufgehoben zu fühlen? Antworten auf die Frage versucht Keitel in seiner Fotokunst zu finden, die er am Donnerstag, 25. Mai, ab 19.30 Uhr im Sub in der Müllerstraße 14 im Rahmen einer Vernissage präsentiert.

Die Neuankömmlinge, das zeigt die fünfteilige Portraitserie, setzen sich emotional und kulturell mit München auseinander. Die Arbeit vor, mit und hinter der Kamera ermöglichte allen Beteiligten einen offenen Diskurs zum Gefühl Heimat. Und Keitel konnte so tiefer in die Seelen der Betroffenen blicken. Alle Männer haben schnell Vertrauen zu dem Künstler gefasst. Matthias Keitel hat neben den eigentlichen Portraits immer auch Koordinaten und Datumsangaben mit in seine Werke aufgenommen. Das Datum zeigt den Verlust der alten Heimat an, den Moment der Flucht. Die Koordinaten wiederum inszenieren Ursprung und Fluchtpunkt: München. Die Besucher*innen der Ausstellung können so jedes Einzelschicksal emotional wie geographisch nachvollziehen. Wie schmerzhaft die Flucht für die Geflüchteten auch war: In München beginnt etwas Neues. Hier sind sie jetzt, hier fangen sie neu an.

Wir danken unseren Unterstützern!

Der Verein Münchner Freiwillige – Wir helfen e.V. hat die Ausstellung finanziell unterstützt. "Heimatsuche", von Michael Härteis kuratiert, entstand in Zusammenarbeit mit der Flüchtlingsgruppe Refugees@Sub, der Härteis angehört. Die Bilder hängen bis 2. Juli.