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Coca-Cola und Moskovskaya kritisieren Rußland

Stellungnahme auf Briefe des Münchner Schwulenzentrums

Ohne Coca-Cola geht im Februar 2014 gar nichts. Der Brausehersteller ist einer der Hauptsponsoren der Olympischen Spiele in Sotschi. Russland macht mit seinem Gay-Propaganda-Gesetz gegen Lesben und Schwule Front. Auf einen offenen Brief aus dem Sub bezieht Coca-Cola jetzt Stellung. Auch der Wodka-Hersteller Moskovskaya zeigt sich besorgt.

Das Sub hatte die beiden Unternehmen in einem offenen Brief aufgefordert, gegen die homophobe Politik Russlands Stellung zu beziehen. Coca-Cola ist zum Beispiel Sponsor der Winterspiele in Sotschi.

Coca-Cola schreibt zurück, man unterstütze seit Langem die Gemeinschaft der LGBT. "In Deutschland fördern wir seit Jahren das Bündnis gegen Homophobie und die Respect Games". In Sotschi werde man trotzdem Sponsor bleiben, denn "wir bekennen uns ausdrücklich zu den olympischen Werten und Idealen, die gerade auch Toleranz und Respekt beinhalten". Nach einem Boykott sieht das nicht aus.

Auch Moskovskaya hatten Sub-Vorstand und -Geschäftsführer aufgefordert, ein Zeichen gegen Homophobie zu setzen. Der Wodka-Hersteller, der sich in der russischen Tradition verwurzelt sieht, beobachte die Situation in Russland mit Sorge. "Wir sind überzeugt davon, dass die aktuelle Entwicklung nicht von einer Mehrheit des russischen Volkes mitgetragen wird, und hoffen, dass das ansgesprochene Gesetz schnellstmöglich wieder außer Kraft gesetzt wird." Mehr kann das Unternehmen offenbar auch nicht tun.

Der russische Präsident Wladimir Putin hat am 30. Juni ein Gesetz unterzeichnet, das jede positive Äußerungen über Homosexualität in der Öffentlichkeit unter Strafe stellt. Dieses Gesetz widerspricht der Menschenrechts-Charta, welche auch von Russland unterzeichnet worden ist. Zudem diskriminiert es Schwule, Lesben und Transgender und brandmarkt sie als Menschen zweiter Klasse. Außerdem macht die neue Gesetzgebung eine Aufklärung über HIV/Aids und andere sexuell übertragbare Krankheiten nahezu unmöglich.

Das Sub hatte die Unternehmen deshalb aufgefordert, ein Zeichen gegen Homophobie in Russland zu setzen. Verbal ist das geschehen, konkret passiert aber: nichts.