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Motto für CSD 2014 steht fest

Der Münchner Gay Pride widmet sich dem Thema Geschlecht und Identität

"Regenbogen der Geschlechter – wertvoll sind wir alle!" Mit diesem Slogan gehen Münchens LGBT-Gruppen und -Organisationen in die Pride-Vorbereitungen. Der Szenestammtisch hat unter fünf Vorschlägen dieses Motto gewählt. Der CSD will sich in diesem Jahr mit dem Thema Gender/Identität beschäftigen.
Der CSD findet in diesem Jahr wegen der Fußball-WM eine Woche später statt - nämlich am 19./20. Juli 2014.

Die Münchner LGBT-Gruppen und -Organisationen haben sich entschieden. Der CSD 2104 steht unter dem Slogan "Regenbogen der Geschlechter – wertvoll sind wir alle!". Etwa 30 Vertreterinnen und Vertreter aus der Szene haben vorvergangenen Dienstag beim Szenestammtisch für dieses Motto gestimmt. Zur Auswahl standen fünf Sprüche, die das Leitungsteam des CSD München aus LeTRa, Sub, Münchner Aids-Hilfe und Rosa Liste vorselektiert hat.

"Wir sind immer wieder mit stereotypen Zuschreibungen und medialen Klischees wie dem 'tuntigen' Schwulen oder der 'kerligen' Lesbe konfrontiert. Jedes lesbische oder schwule Paar kennt die typische Frage, wer der Mann und wer die Frau in der Beziehung sei", erklärt Thomas Niederbühl, politischer CSD-Sprecher und Rosa Liste-Stadtrat. "Damit wird unsere jeweilige eigene Gender-Indentität immer wieder in Frage gestellt. Das kann als Befreiung, aber auch als Bedrohung empfunden werden."

Der CSD will deshalb die Akzeptanz von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und speziell auch Transgender in Community und Gesellschaft, deren rechtliche Situation, die Unterschiede von sozialem und biologischem Geschlecht bis zur Ablehnung von Geschlechterkategorien auf die Agenda nehmen. "Unser Ziel ist es, starre Geschlechterrollen und –muster, die sich ja auch mit Abwertung und Diskriminierung verbinden, aufzuweichen und für die Sichtbarkeit und Akzeptanz vielfältiger Identitäten einzutreten", so Niederbühl.

Für einen wertschätzenden Umgang werben

"Drag King und Queen, Femme und Butch – das Spiel mit den Geschlechterrollen war schon immer Teil der Lesben- und Schwulenbewegung. Für Transgender und intersexuelle Menschen allerdings ist der normative Zwang der biologischen Geschlechtsrollen kein Spiel, sondern bittere Lebensrealität", sagt Rita Braaz, Pressesprecherin des CSD. "Auch Lesben und Schwule erfahren immer wieder Ausgrenzung, Diskriminierung bis hin zur Verfolgung über Abwertungen gegenüber ihrer Person oder ihrer Lebensform."

Während der Pride Week und dem CSD-Wochenende rund um den 20. Juli wollen die Veranstalter*innen mit der ganzen Szene  für einen diskriminierungsfreien Umgang miteinander und gegenseitige Wertschätzung für den ganzen "Regenbogen der Geschlechter" werben.