Sprachen / Languages

Gottes vergessene Kinder

Jon M. Winkler beleuchtet in seinem Vortrag Europas Umgang mit der Homosexualität

Wir laden ein zum Streifzug durch die europäische Kulturgeschichte. Wie gehen die Menschen über die Jahrhunderte um mit dem Phänomen Homosexualität? Wie entwickeln sich die meist religiös begründeten Vorurteile? Welche Auswirkungen hat das auf die Psyche der Betroffenen? Dienstag, 15. November, 19.30 Uhr.

Der mit historischen Daten belegte Diskurs von Jon M. Winkler wirft einen Blick auf das vorchristliche Abendland. Mit den Wechselfällen ihrer Geschichte ändert sich auch die Bewertung der gleichgeschlechtlichen Liebe: Zeiten relativer Toleranz werden abgelöst von Epochen der Unterdrückung und Verfolgung, die sich im 13. Jahrhundert zum vorherrschenden Urteil verfestigen, sodann Sodomiten mit Ketzern und Hexen auf den Scheiterhaufen bringen.

Auch wenn derart harsche Strafen in späteren Zeiten wieder verschwinden, zieht sich ein roter Faden von Diffamierung und Ächtung durch die Renaissance bis in die Neuzeit. Ein essayistischer Vortrag mit anschließender Podiumsdiskussion zur Frage "Gottes verstoßene Kinder? Sind Homosexualität und Spiritualität wirklich vereinbar?" Moderation: Gaby dos Santos. Eine Veranstaltung der Kulturplattform jourfixe-muenchen e.V.

Die Podiumsgäste: Thomas Niederbühl, Stadtrat der Rosa Liste, Politiker und studierter Theologe, Ludwig Schmidinger, Pastoralreferent, Bischöflicher Beauftragter für KZ Gedenkstättenarbeit in der Erzdiözese München und Freising, Wolfgang Scheel, evangelischer Pfarrer der bayerischen Landeskirche, Mitglied im lesbisch-schwulen Konvent und im Redaktionsteam der Zeitschrift "Werkstatt Schwule Theologie".