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Vortrag: Gleichschaltung der Intimsphäre

Roman Schuler über die Sexualpolitik im Dritten Reich

Selbst das Sexualleben der Menschen versuchten die Nationalsozialisten zu instrumentalisieren, um politische Zwecke und die Übermacht der "Herrenrasse" durchzusetzen. Roman Schuler, ehemaliger wissenschaftlicher Mitarbeiter der KZ-Gedenkstätte Dachau, spricht in seinem Vortrag über die Frage nach der Gleichschaltung der Intimsphäre. Sonntag, 11. Oktober, um 19.30 Uhr.

Die nationalsozialistische Sexualpolitik war eng verwoben mit deren Rassenpolitik und gipfelte in der Ausgrenzung und massenweisen Ermordung von Menschen, die das Regime als nicht lebenswert einstufte. Gleichzeitig war sie voll von Widersprüchen. Beispiele dafür sind die Frage nach der Emanzipation der Frau, der sexuellen Aufklärung sowie der rassenpolitisch motivierten Geburtenförderung und -verhinderung. Schuler wird darüber Zeugnis ablegen. 

In unserer anschließenden Diskussion beleuchten Referent und Publikum auch heutige sexualpolitische Gesetze und Debatten wie etwa zur "Herdprämie", zu Schwangerschaftsuntersuchungen, die die Abtreibung behinderter Kinder ermöglichen oder begünstigen, und zur Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Partner*innen.

Schuler hat zum Thema eine Masterarbeit geschrieben. Eine Veranstaltung vom Forum Homosexualität und Geschichte München e.V. sowie dem Bayerischen Seminar für Politik e. V.