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Münchens Oberbürgermeister unterstützt KyivPride!

Stadträtin Lydia Dietrich fährt in Vertretung von Oberbürgermeister Dieter Reiter in die Partnerstadt Kiew

Kiew feiert den KyivPride vom 30. Juni bis 6. Juli. Die Landeshauptstadt München unterstützt den "CSD" in der Partnerstadt bereits von Anfang an. Aus München reisen eine Gruppe von Szenevertreter*innen und Stadträtin Lydia Dietrich an. Sie besuchen die Pride Week und wollen an der geplanten Politparade teilnehmen.

Trotz Staatskrise und bürgerkriegsähnlichen Zuständen im Osten des Landes wollen die Veranstaltenden des KyivPride in der Ukraine auch in diesem Jahr für Menschenrechte auf die Straße gehen. Vom 30. Juni bis 6. Juli lädt in Kiew, Münchens Partnerstadt, der Kiewer "Christopher Street Day" (CSD) die gesamte Lesben-, Schwulen-, Bisexuellen- und Transgender (LGBT)-Community des Landes in die Hauptstadt ein. Eine Woche lang gibt es politische und kulturelle Veranstaltungen. Für Samstag, 5. Juli, ist eine Politparade geplant, wie es sie in München seit 1980 gibt. Die Landeshauptstadt unterstützt den KyivPride auch in diesem Jahr.

Lydia Dietrich war die erste Münchnerin beim KyivPride

Stadträtin Lydia Dietrich (Bündnis 90/Die Grünen) fährt mit nach Kiew – und zwar in Vertretung von Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD). "Gerade in diesem Jahr ist es wichtig, in Kiew ein deutliches Zeichen für Menschenrechte zu setzen. Die Partnerstadt München kann und will die neue Führung in Kiew auf ihrem Weg nach Europa und in eine demokratische und rechtsstaatliche Entwicklung unterstützen", sagt die Politikerin. Dietrich hat die Kooperation auf LGBT-Ebene zwischen Kiew und München vor zwei Jahren selbst ins Leben gerufen, als sie mit dem Sub-Berater Sascha Hübner beim ersten, gescheiterten, KyivPride war. Im vergangenen Jahr war sie mit Hep Monatzeder (Bündnis 90/Die Grünen) vor Ort; der Pride konnte unter hohen Sicherheitsvorkehrungen abgehalten werden.

Die Veranstalterinnen und Veranstalter des KyivPride haben vom 30. Juni bis 6. Juli ein umfangreiches Rahmenprogramm für die Lesben-, Bisexuellen-, Schwulen- und Trans-Community organisiert mit Empfängen, Lesungen, Debatten, Konzerten und Partys, zu der auch die Münchner Delegation ihren Teil beiträgt. Aus München/Berlin kommt die queere Band Tubbe nach Kiew; außerdem beteiligen sich die Frauen der Münchner Delegation an einer Podiumsdiskussion mit dem Titel "Lesbians‘ Space on a Heteronormative Planet. Forms of Lesbian Activism in Munich". Die ganze Woche über werden die Münchnerinnen und Münchner Vertreterinnen und Vertreter der Kiewer LGBT-Organisationen treffen, aber auch die Heinrich-Böll-Stiftung und die GIZ. Einen Empfang in der Deutschen Botschaft gibt es ebenfalls.

Kampf für die Einheit der Ukraine

Die ukrainische LGBT-Community setzt nach der Revolution auf die Assoziierung des Landes mit der EU. "Die Ukraine muss sich mit einer Aggression von außen auseinandersetzen, die gesellschaftlichen Gruppen werden gegeneinander ausgespielt. Wir halten dagegen", sagt Olena Schewtschenko, stellvertretende Vorsitzende des KyivPride, die auch die LGBT-Organisation Insight in Kiew leitet. "Wir stehen für Frieden und Toleranz, für einen gesellschaftlichen Konsens. Menschenrechte sind für uns ukrainische Bürgerinnen und Bürger kein hohles Wort. Zu den Traditionen des Landes gehört es, für die Freiheit auf die Straße zu gehen. Das tun wir." Der Pride-Slogan lautet dieses Jahr denn auch: "Ukraine is united and we are part of it".