Sprachen / Languages

Seit fünf Jahren bieten Sub und LeTRa gemeinsam Deutschunterricht für Migrant*innen an

Der neue Konversationskurs startet schon diesen Donnerstag

Mit Konversationskursen wollen die Münchner Lesbenberatung LeTRa und das Schwulenzentrum Sub homo-, bisexuelle, transidente sowie intergeschlechtliche Frauen und Männer in die Szene integrieren. Praxisnah bauen sie Kulturbarrieren ab. Das Gemeinschaftsprojekt ist seit fünf Jahren ein großer Erfolg. Jetzt anmelden!

Ankommen in Deutschland – das ist für Fremde, zumal nicht-europäischer Herkunft, nicht einfach. Sprachkurse sind ein erster Schritt; das Kennenlernen des neuen Landes ist eine noch viel größere Herausforderung. Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transidente und Intergeschlechtliche (LSBTI) mit Migrationshintergrund haben es da besonders schwer. Sie müssen sich nicht nur mit einer neuen Sprache und Kultur auseinandersetzen, sondern auch mit den Besonderheiten einer Szene, die sie so aus ihrer Heimat meist nicht kennen. Denn nicht selten gehören sie dort einer verfolgten Gruppe an.

Die Münchner Lesbenberatung LeTRA und das Schwulenzentrum Sub wollen helfen. Ab Donnerstag, den 4. Mai, bieten sie - donnerstags immer im Sub, montags immer bei LeTRa - Konversationskurse für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender und intergeschlechtliche Menschen mit Migrationshintergrund an. Anmeldung bei Michael Plaß im Sub unter der Mail-Adresse michael.plass@subonline.org oder unter der Nummer 089/856346412. Flüchtlinge und Erwerbslose nehmen kostenlos teil. Der reguläre Kursbeitrag beläuft sich je nach Möglichkeit auf zwischen 30 Euro und 80 Euro. Der Kurs läuft drei Monate.

Spezielle Herangehensweise

"Der Deutschkonversationskurs ist inzwischen fast ein Selbstläufer", sagt Sascha Hübner, Mitarbeiter der psychosozialen Beratungsstelle im Sub. Er freut sich darüber, auch die Zusammenarbeit mit der Lesbenberatungsstelle LeTRa findet er gelungen. Er hat den Deutschkonversationskurs vor fünf Jahren zusammen mit Melina Meyer, Beraterin bei LeTRa, und Michael Plaß angestoßen. Plaß macht die Kulturarbeit im Sub, leitet auch die vielen ehrenamtlichen Selbsthilfe- und Freizeitgruppen an. Viele Migrantinnen und Migranten wollen sich auf diese ganz spezielle Weise in München einleben. "Ich bin hier sehr frei und kann über alles sprechen", sagt eine Schülerin, die ihren Namen nicht in der Öffentlichkeit lesen will. "Ich habe Vertrauen in die anderen, weil unser Leben ähnlich ist". Denn in der Tat sind die Lehrerinnen und Lehrer alle selbst homosexuell. "Das ist für alle eine wichtige Erfahrung", sagt Hübner.  

Das Konzept ist unkonventionell: "Wir wollen Deutsch spielerischer und informeller als in der Schule vermitteln", sagt Melina Meyer. Das senke die Hemmschwelle und mache mehr Spaß. Die Lehrer*innen bringen viel Erfahrung mit: Sie unterrichten zum Teil seit Jahren Deutsch als Fremdsprache - oftmals im Ausland. Besonders wichtig ist den Veranstaltenden, auch über völlig neues Lehrmaterial den Kursteilnehmer*innen den Zugang zur Szene zu erleichtern. "Die Themen sind sehr vielfältig und durchaus auch tiefgründig. Manche Abende sind sehr lustig, an anderen werden eher ernstere Themen besprochen. Das Schöne ist, dass jeder Abend eine eigene Dynamik hat", sagt Jessica Davis, Lehrerin im Team.

Die Schülerinnen und Schüler kommen aus allen Teilen der Erde

Ansprechen sollen die Deutsch-Konversationskurse Schwule, Lesben, Transidente und Intersexuelle aus aller Welt: Das sind internationale Lebenspartner*innen, Angestellte in internationalen Unternehmen und Behörden, Flüchtlinge, Studentinnen und Studenten, Deutsche mit Migrationshintergrund, Einwanderer, die sich in München und seiner Szene besser zurechtfinden wollen. Die Schülerinnen und Schüler kommen aus allen möglichen Ländern, zuletzt zum Beispiel aus Frankreich, Portugal, Spanien, Israel, Ägypten, Kolumbien, Brasilien, Peru, Nigeria, Uganda, Somalia, Uganda, der Türkei, Korea, China und Taiwan.