Sprachen / Languages

Gay Propaganda in Odessa

Naomi Lawrence stellt am Schwarzen Meer aus

Musik und Malerei gegen Vorurteile – auch in Odessa kämpft die Münchner Künstlerin Naomi Lawrence mit ihrer Ausstellung Gay Propaganda gegen Homophobie. Ihre Bilder, die die heterosexuelle Orientierung beliebter Comic-Figuren aus Ost und West hinterfragen, beunruhigen und erweitern den Horizont – wie die Stücke der Münchner Frauen-Rockband Sally Rides, die mit in die Süd-Ukraine fährt. Gleichzeitig findet im Queer Home in Odessa ein Kreativ-Workshop mit Lawrence und der Fotografin Bethel Fath statt. Vom 1. bis 7. August im Club Vychod.

Batman und Wickie, A-Hörnchen und B-Hörnchen, Lolek und Bolek waren und sind Helden unserer Kindheit. In ihrer Ausstellung "Gay Propaganda – Wie schwul ist Batman?" setzt Naomi Lawrence in Deutschland und in der Ukraine bekannte Comic-Figuren in einen neuen Kontext. Mit viel Humor, kritischen Worten und in überraschenden Szenen inszeniert sie deren eindeutige Geschlechterrollen neu. Denn selbstverständlich liebt Batman Frauen - oder etwa nicht? Und ist Wickie, der schlaue Häuptlingssohn, nicht doch ein Mädchen?

Freilich bekommen auch Figuren wie der Kater Leopold und die Kosaken ihren Auftritt, die in der Ukraine so populär sind. "Zu jedem Motiv gibt es erstaunliche Geschichten", sagt die Künstlerin . "A-Hörnchen und B-Hörnchen zum Beispiel waren in Deutschland Frau und Mann, bis Disney das kinderlose Paar zu Brüdern erklärte. Das zeigt, wie willkürlich und eng unsere Rollenzuweisungen sind, die uns prägen und wie spannend es sein kann, die Perspektive zu wechseln, um uns von ihnen frei zu machen."

Mit der Ausstellung "Gay Propaganda" wollen die Veranstaltenden die breite Bevölkerung erreichen, um die Haltung der Gesellschaft insgesamt zu verändern - in Kiew waren sie schon. Speziell in der Ukraine ist Homophobie weit verbreitet. Das nationale Parlament des Landes hat - nach russischem Vorbild - ein Gesetz zum Verbot homosexueller "Propaganda" bereits in erster Lesung verabschiedet. Auch darauf nehmen die Arbeiten von Naomi Lawrence Bezug.