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Orlando: Trauer, kein Hass

Das Sub bezieht Stelllung

Tief betroffen hat der Sub e.V. Kenntnis von den Ereignissen in Orlando genommen. 50 Menschen haben bei dieser entsetzlichen Tat ihr Leben verloren, viele wurden zum Teil schwer verletzt. Wir trauern mit den Familien, Freunden und Bekannten der Betroffenen. Unsere Gedanken sind bei ihnen und der gesamten Gay-Community von Orlando.

Auslöser für diese Tat war Hass auf Homosexuelle und ihren Wunsch, frei zu leben. Der Täter war nach neuesten Erkenntnissen vermutlich selbst aktiv in der Community unterwegs und bekannte sich vor der Tat zum Islamischen Staat, also zu dem Regime, das Homosexuelle gnadenlos verfolgt, quält und nicht selten auf grausame Weise tötet.

Nun hat der Hass die Gay-Community in Orlando erreicht und trifft damit auch alle LGBTTI* weltweit. Wir wissen, dass nicht jeder Moslem zugleich ein Islamist ist. Der Islam kann, wie jede andere Religion auch, für politische Zwecke missbraucht bzw. radikal ausgelegt werden. Leider lassen sich immer wieder Menschen von Religionen oder Ideologien beeinflussen und glauben, mit Gewalt eine neue Weltordnung schaffen und in ihren Augen Ungläubige bzw. Andersdenkende einfach töten zu können. Die Gründe für eine solche Beeinflussbarkeit können vielfältig sein: Geringe Bildung, defizitäre Erziehung, psychische Probleme, Radikalisierung oder Armut.

Liebe siegt

Der Sub e.V. verurteilt die Tat von Orlando und jede Gewalt, egal aus welchen Gründen sie geschieht und egal, wem gegenüber sie ausgeübt wird. Wenn sich die neuesten Erkenntnisse bewahrheiten, dass der Täter selbst in homosexuellen Kreisen verkehrte, dann ist es erst recht erforderlich, zu gleichgeschlechtlichen Lebensweisen verstärkt aufzuklären. Auch in Deutschland steigt die Gefahr der Eskalation durch die Hetze rückwärtsgewandter Gruppen wieder an. Hier kann letztlich nur ein klares und eindeutiges Bekenntnis der Politik und der Mehrheitsgesellschaft zu lesbischen, schwulen und trans- sowie interidentischen Lebensentwürfen diese Eskalation der Hetze von religiös-konservativer und rechtspopulistischer Seite in die Schranken weisen.

Deshalb rufen wir den Freistaat Bayern und die Bundesregierung auf, die vollständige Gleichstellung gesetzlich und verfassungsmäßig schnellstmöglich zu verankern. Auch wenn die letzten Ereignisse und ihre Hintergründe uns Angst machen, letztlich wird nicht die Furcht vor homophobem Terror und dem Hass auf Homosexuelle siegen, sondern der Glaube an Freiheit, Geschwisterlichkeit und Liebe.

Vorstand und Geschäftsführer Sub e.V.