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PreP-für alle – Wie verändert die Kassenzulassung schwulen Sex?

Drei Experten diskutieren im Sub! Dienstag, 26. März um 19.30 Uhr

Im Gesetzentwurf steht: „Versicherten mit substantiellem HIV-Infektionsrisiko wird ein Anspruch auf ärztliche Beratung, erforderliche Untersuchungen und Versorgung mit Arzneimitteln bei Präexpositionsprophylaxe (PrEP) eingeräumt.“ Was bedeutet das? Wird PrEP zum neuen Standard? Wo lauert der Super-Tripper? Wird schwuler Sex endlich frei sein? Und was kommt jetzt auf die Ärzt*innen zu?

Wir haben drei Experten ins Sub eingeladen, um über das Thema sprechen. Sie gaben im Vorfeld kurze Statements ab.

Herr Dr. Christoph D. Spinner, profilierter HIV-Schwerpunktarzt  vom Klinikum rechts der Isar (IZAR)

"Die HIV PrEP schützt wirksam vor einer HIV-Infektion. Voraussetzung für die sichere und erfolgreiche Anwendung ist eine fachgerechte ärztliche Begleitung sowie eine breite Verfügbarkeit. Durch die Möglichkeit der Kostenübernahme für die notwendigen Beratung, Begleituntersuchungen und Arzneimittelerstattung werden erfreulicherweise die notwendigen Voraussetzungen geschaffen." 

Herr Oliver Al Liebl, PrEP-Berater im Sub:

„Durch die Kassenzulassung bekommt das einst so tabubrechende Thema „Sex ohne Kondom“ eine Normalität, die einerseits erneut verunsichern oder aus vielfältigen Beweggründen eine Befreiung sein kann. Dogmen müssen hinterfragt werden, innerhalb und außerhalb der Community. Der im Gegensatz zum Kondom unsichtbare Schutz bekommt nun durch die Kassenzulassung eine zusätzliche Sichtbarkeit über die reinen Erfolgszahlen der PrEP hinaus.“

Herr Johannes Benner, Telefonberater der Münchner Aids-Hilfe

"Meist geht es bei der Telefonberatung darum, den Anrufern noch einmal das "Organisatorische" zur PreP mitzugeben. Bei der Beratung im Checkpoint begegnen mir auch immer wieder Menschen, die die Erfahrung gemacht haben, dass positive Männer ausschließlich Bare-Sex haben möchten, da sie in Therapie und unter der Nachweisgrenze sind. Wenn man dann auf das Kondom bestehe, komme es zu keinem Treffen. Die Entscheidung, ob jemand die Medikation einnimmt, muss aber jeder für sich treffen und eigenverantwortlich entscheiden.“

Diskutiere mit! Am 26. März um 19.30 Uhr im Sub. Eine Kooperations-Veranstaltung mit der Münchner Aids-Hilfe und dem Münchner Löwen Club.