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Queer Politics - Vortrag und Publikumsdiskussion

Gundula Ludwig präsentiert heteronormativitätskritische Perspektiven auf Staat, Macht und Gesellschaft

Mit weiteren Herausgeberinnen hat Gundula Ludwig 2012 das Buch "Que(e)r zum Staat. Heteronormativitäts-kritische Perspektiven auf Staat, Macht und Gesellschaft" im Querverlag Berlin herausgegeben. Die Referentin wird am 17. November ab 19.30 Uhr im Sub die Publikation vorstellen.
Das Verhältnis zwischen sexuellen Minderheiten und dem Staat scheint sich in den letzten Jahren entspannt zu haben: An die Stelle von Kriminalisierung und Verfolgung sind in westlichen Gesellschaften Toleranz und Akzeptanz getreten. Gleichgeschlechtliche Partnerschaften sind mittlerweile in vielen europäischen Ländern rechtlich anerkannt und auch offen homosexuell lebende PolitikerInnen können Karriere machen.
 
Ohne sexuelle Minderheiten, so scheint es, ist kein Staat mehr zu machen. Vor diesem Hintergrund erstaunt die fehlende queer-theoretische Auseinandersetzung mit dem Staat ebenso wie die fehlende staatstheoretische Beschäftigung mit Heteronormativität. Eben diesen Leerstellen arbeitet der Band "Que[e]r zum Staat" entgegen. Die einzelnen Beiträge veranschaulichen, dass sich Heterosexualität als Norm und Normalität weiterhin subtil durch alle Bereiche der Gesellschaft zieht. Nicht zuletzt zeigen sie jedoch ebenso, dass Staat und Heteronormativität durch alltägliche Praxen reproduziert werden und dass diese somit durch Kritik, Verweigerung und Widerstand auch verändert werden können.

Das Münchner Schwulenzentrum lädt zur Veranstaltung des Forum Homosexualität und Geschichte München, die in den Räumen des Sub in der Müllerstraße 14 stattfindet. Die Regenbogenstiftung fördert den Abend. Eintritt: 5 Euro, ermäßigt: 3 Euro.