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Unterstützt den KyivPride 2013!

Münchner Szene sammelt Spenden für Kiewer "CSD"

Mit einer groß angelegten Aktion bittet die Münchner Lesben-, Schwulen-, Bi- und Trans (LGBT) - Community um Gelder für Münchens Partnerstadt Kiew. Der KyivPride, 2012 gescheitert, soll in diesem Jahr unbedingt stattfinden. Unter den prominenten Gönnerinnen und Gönnern ist auch die Vize-Präsidentin des bayerischen Landtages, Christine Stahl.

Die meisten Gruppen und Organisationen der Münchner Szene machen mit, angefangen von den Trägervereinen der CSD München GmbH, der Lesbenberatung LeTRA, der Münchner Aids-Hilfe, der Partei Rosa Liste und dem Schwulenzentrum Sub. Aber auch die Geschichtswerkstatt Forum Homosexualität München, der Tennisclub InsideOut Munich, der Münchner Löwen Club MLC inklusive Bavarian Mr. Leather Thomas Rappel, der Sportverband Team München, Transmann, die Studentengruppe Queer Campus und das Filmnetzwerk Queerelations sind dabei. "Sie alle wollen, dass der Pride in unserer Partnerstadt Kiew in diesem Jahr gelingt", sagt Naomi Lawrence von der Kontaktgruppe Munich Kiev Queer. "Deshalb stellen sie sich hinter unsere Spendenaktion."

Die Künstlerin hat dafür eigens ein Maskottchen entworfen, das auf den Namen „MucKi“ hört. Es ziert sämtliche Merchandising-Produkte der Kiew-Freunde wie Postkarten, Aufkleber und Buttons, die die Kontaktgruppe gegen Spende abgibt, um Gelder für Kiew zu sammeln. Außerdem gibt es ein Spendenkonto, das dankenswerterweise das Münchner Schwulenzentrum Sub eingerichtet hat (Schwules Kommunikations- und Kulturzentrum Sub e.V.; Kennwort "Kiew"; Konto 13 12 33 85, BLZ: 701 500 00, Stadtsparkasse München). Noch fehlen für den KyivPride 30.000 Euro. Das Gesamtbudget, so die Veranstaltenden in Kiew, liege bei 50.000 Euro.

Die Kontaktgruppe koordiniert seit vergangenem Sommer die Zusammenarbeit zwischen der Münchner und Kiewer LGBT-Community. Parallel kooperieren KyivPride und CSD München. Die Stadt München und ihre Szene engagieren sich über die Maßen für diese Kooperation, allen voran Oberbürgermeister Christian Ude, Bürgermeister Hep Monatzeder, die Stadträtin Lydia Dietrich (Grüne) und der Stadtrat Thomas Niederbühl (Rosa Liste), aber auch die Stelle für Internationale Angelegenheiten und der Lehrbeauftragte für ukrainische Landeskunde an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität, Peter Hilkes.

Prominente Unterstützung kommt auch aus dem Maximilianeum: Die Vize-Präsidentin des Landtages, Christine Stahl, steht hinter dem Engagement der Münchner, auch die Landtagsabgeordnete Claudia Stamm (Grüne).

"Wir werden den Pride in diesem Jahr in jedem Fall abhalten", sagt die LGBT-Aktivistin Olena Semenova, die im Organisationskomitee des KyivPride die Pressearbeit verantwortet. "Es wäre natürlich schade, wenn wir für das so wichtige Programm während der Pride Week nicht alle Mittel zusammen bekommen würden, die nötig sind. Deshalb sind wir sehr dankbar für den Einsatz unserer Münchner Freundinnen und Freunde."

Noch im vergangenen Jahr musste der KyivPride wegen Sicherheitsrisiken abgesagt werden. 750 aggressive Gegner hatten die 150 TeilnehmerInnen bedroht, die 200 Polizisten haben sie nicht geschützt. Die Bilanz: zwei Gewaltopfer. Dieses Jahr soll der Kiewer „CSD“ mit Hilfe Münchens, Kiews Partnerstadt, gelingen. Vom 20. bis 27. Mai finden in Kiew zahlreiche Veranstaltungen statt, mit denen Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender aufklären und sichtbar für ihre Rechte einstehen wollen: Es gibt Empfänge, Ausstellungen, Vorträge, Debatten, Filme, Partys, eine Pressekonferenz. Höhepunkt ist der March of Equality am 25. Mai. Das umfangreiche Programm der Pride Week, das unverzichtbar ist, um auch breitere Bevölkerungsschichten zu erreichen, und ein neues Sicherheitskonzept kosten viel Geld. München hilft, es aufzutreiben!

Die Kontaktgruppe Munich Kiev Queer koordiniert die Zusammenarbeit zwischen der Münchner und Kiewer Szene, seitdem die Partnerstädte auch im LGBT-Bereich kooperieren. KyivPride und CSD München unterstützen sich ebenfalls gegenseitig. Die Kontaktgruppe, der Aktivistinnen und Aktivisten aus Kiew und München angehören, initiiert, vermittelt und setzt in Zusammenarbeit mit den Lesben-, Schwulen und Trans-Gruppen beider Städte fachwissenschaftliche und kulturelle Projekte um. Beide Seiten wollen die Menschenrechtssituation für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender in der Ukraine verbessern helfen. Dabei agieren sie auf Augenhöhe; beide Seiten lernen voneinander.