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Sub verurteilt homophobe Attacke in der U6!

Wir fordern eine Ächtung von Hassgewalt, mehr Unterstützung durch die Polizei und eine bessere Aufklärung an Schulen

Wieder haben besoffene Männer einen offenbar bisexuellen Mann zusammengeschlagen. Das berichtet die Münchner Abendzeitung. Das Sub verurteilt die Tat aufs Schärfste.

Es ist Samstagabend, als Noah S. seine Familie in Freimann besuchen will. Er steigt in die U-Bahn, fährt los. Gegen 14.20 Uhr steigen Fußballfans zu, offenbar betrunken; sie grölen und verschütten Bier. Als Noah S. sie bittet, etwas mehr Rücksicht auf die Passagiere zu nehmen, pöbeln ihn die Fans an, beschimpfen ihn als Transe. Als sich der offenbar bisexuelle Noah S. mit Worten dagegen wehrt, bekommt er einen Faustschlag ins Gesicht und wird fürchterlich verprügelt. So berichtet es die Münchner Abendzeitung in ihrer Ausgabe vom 11. Dezember. Die Polizei hat den homophoben Übergriff inzwischen bestätigt. Zwei Zeugen kümmerten sich nach der brutalen Attacke um den verletzten jungen Mann. Den Artikel dazu gibt es hier.

Schluss mit Homophobie!

Das Sub verurteilt die Tat aufs Schärfste. Seit Jahren wird das Klima in München für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Trans*-Personen rauer. "Wir sind alarmiert über die Zunahme homophober Übergriffe", sagt Christopher Knoll, fachlicher Leiter der psychosozialen Beratungsstelle im Sub (Bild). Das Täterprofil ist eindeutig: Immer sind es junge Männer, zumeist zu zweit oder zu mehreren, und entweder alkoholisiert oder aus prekären Verhältnissen stammend oder beides. "Die Situationen sind so strukturähnlich – homophobe Männer treffen auf einen Schwulen, eine Lesbe, eine bisexuelle, eine Trans*-Person, woraufhin sich die Gewalt entlädt – dass wir dringend sowohl in Schulen als auch durch Polizei mehr Präventionsanstrengungen fordern", sagt Sub-Geschäftsführer Dr. Kai Kundrath. Deshalb konstatiert das das Münchner Schwulenzentrum:

1) Homophobe Gewalt muss mehr geächtet werden,

2) die Polizei muss homophobe Übergriffe konsequenter als Hassverbrechen bzw. „politisch motivierte Kriminalität“ kennzeichnen - was in diesem Fall wohl geschah, aber sonst sehr oft unterbleibt,

3) und Schulen müssen dringend pädagogisch mehr auf schwule, lesbische und trans*-Lebensweisen eingehen und Homophobie thematisieren!

Das Sub macht in München seit Langem auf das Problem aufmerksam, nachdem sich die Fälle homophober Gewalt häufen. Das Anti-Gewalt-Projekt im Sub ruft die Opfer dazu auf, sich zu melden und Anzeige zu erstatten. Die Lokale im Szeneviertel zeigen seit Anfang des Jahres mit einer Plakataktion ihre Solidarität.