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Gay Black Dogs Munich

Die Gruppe für schwule Männer mit Depressionen

Traurig, antriebslos, ohne Perspektive? Depression ist eine der häufigsten psychischen Erkrankungen von Männern - und gleichzeitig diejenige, die wohl am seltensten behandelt wird. Der Kontakt zu anderen Betroffenen kann hilfreich sein. Wir fangen Dich auf.

Für jemanden, der das Gefühl nicht kennt, ist sehr schwer zu verstehen, was da mit einem passiert. Eine Traurigkeit schleicht sich ins Leben, die kein Ende mehr nehmen will. Der Antrieb, Dinge zu tun, die einem bislang Spaß gemacht haben, verschwindet nach und nach, bis Mann beim schönsten Biergarten- und Radlwetter in der eigenen Wohnung sitzt, ins Nichts blickt und sich selbst zu hassen beginnt.

Noch funktioniert der Alltag, immer lächeln, die Fassade des netten Kollegen bröckelt nicht. Der Antrieb kommt nun aber auch nicht mehr zurück; die Wohnung wird langsam schmutziger. Selbst die Traurigkeit verfliegt und macht einer müden, bleiernen Schwere Platz. Das Gefühl, die Welt nur noch hinter Glas wahrzunehmen, wird übermächtig. Freunde, die einem gut wollen, sagen: "Reiß Dich zusammen" und weil es eben nicht wieder wird, wird auch der Selbsthass darauf, wie unfähig Mann doch ist, immer größer.

Irgendwann geben auch die Freunde auf. Die Spirale nach unten beginnt sich zu drehen und oft genug steht am Ende der Wunsch, nicht mehr weitermachen zu wollen.

Hilfe, Awareness, Information

Bei unseren Gruppentreffen soll es um den Erfahrungsaustausch gehen. Bei uns kannst Du über Deine Gefühle sprechen, Deine Behandlungen, den Umgang anderer mit dem Thema in Beziehung, Freundschaft, am Arbeitsplatz und in der Familie. Alle ziehen sich gegenseitig hoch und helfen in den Phasen, in denen es den anderen gerade schlecht geht. Hilfe, Awareness, Information - das ist der Dreiklang, den wir spielen wollen. Und wenn am Ende ein Kreis entsteht, in dem sich die andern gegenseitig vom Sofa oder aus dem Bett holen, ist viel gewonnen.

Die Gruppe trifft sich jeden Donnerstag zwischen 19.30 Uhr und 21.30 Uhr im Sub, Müllerstraße 14. Die Treffen sind offen für alle Betroffenen; eine Voranmeldung ist nicht nötig. Wir sind eine Selbsterfahrungsgruppe, fachlich allerdings eng an die Tagesberatung im Sub angebunden. Warum wir "Black Dogs" heißen? Winston Churchill nannte seine Depression "my black dog". Der schwarze Hund ist überall; wir lernen, mit ihm umzugehen.