Sprachen / Languages

Die 3x3-Regel für Deinen Safer Sex

Grundsätzliches für Männer, die Sex mit Männern haben

Die Sache ist kompliziert. Kennst du dich mit HIV wirklich aus? Weißt du, wie du dich schützt? HIV kann nur übertragen werden, wenn es in ausreichender Menge in den Körper oder auf Schleimhaut gelangt. Eine Ansteckung ist möglich über Blut und Sperma. Soweit so gut - und doch gibt es so vieles zu wissen und zu beachten. Wir machen dir die Prävention einfach - mit unserer 3x3-Regel.

Also nochmal: Mit dem HI-Virus kannst du dich nur anstecken, wenn es in goßer Menge in Körper oder Schleimhäute gelangt. Blut und Sperma sind gefährlich, weil sie das Virus in hoher Konzentration enthalten können. Besonders bedrohlich ist deshalb der intensive Kontakt zwischen den Schleimhäuten von Penis und Enddarm. 

Immerhin noch erhöht ist das Risiko einer HIV-Infektion, wenn Du Entzündungen hast, zum Beispiel durch andere sexuell übertragbare Infektionen. Auch kleine Verletzungen der Schleimhaut tragen dazu bei, wozu es ja gerade beim Analverkehr kommt. In Schleimhäute wandern Immunzellen zusätzlich ein; sie nehmen HIV direkt auf bzw. geben sie ab. Außerdem ist verletzte oder entzündete Schleimhaut durchlässiger für die Viren. Wir fassen also zusammen:

Über Analsekret, Sperma und Blut wird das HI-Virus übertragen.

3 Säfte

  • Analsekret

    Das Analsekret eines unbehandelten HIV-positiven Mannes enthält HI-Viren. Deswegen trägt auch der aktive Part beim Ficken stets ein hohes Risiko, sich zu infizieren.

  • Sperma

    Auf der gesunden Haut ist Sperma unbedenklich, was HIV angeht - andere Erreger sexuell übertragbarer Krankheiten können allerdings per Schmierinfektion übertragen werden. Auf Schleimhaut und offene Stellen solltest du Sperma (und Blut) dagegen nicht kommen lassen – hier besteht das Risiko einer Ansteckung mit HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten. Deshalb musst du beim Analverkehr immer Gummis verwenden, nicht in den Mund des Partners abspritzen bzw. kein Sperma aufnehmen und auch nicht mit fremdem Sperma wichsen.

  • Blut

Über die Darmschleimhaut, die Vorhaut und den Mund gelangt das HI-Virus in deinen Körper.

3 Eintrittslöcher

  • Anus/Darmschleimhaut

  • Die Darmschleimhaut ist sehr empfindlich und nimmt das HI-Virus leicht auf. Dafür braucht es nicht einmal Sperma. Es reicht schon die Reibung beim Ficken, wenn du Sex mit einem unbehandelten HIV-positiven Mannes hast. Deswegen solltest du in jedem Fall ein Kondom benutzen.
  • Penisspitze/Vorhaut

  • Die Harnröhre und das Innenblatt der Vorhaut sind mit Schleimhaut und Rezeptoren ausgekleidet, die das HI-Virus aufnehmen können. Deswegen sollte der Aktive beim Ficken immer ein Kondom verwenden.
  • Mund/Rachen

  • Der Mund- und Rachenraum ist ebenfalls mit Schleimhaut ausgekleidet. Sie ist zwar widerstandsfähiger als die Schleimhaut am Penis und im Darm. Deswegen ist das Risiko für eine HIV-Übertragung hier geringer. Trotzdem gilt: Raus bevor's kommt und kein Sperma schlucken.
Wie du dich schützt? Mit Kondomen, beim Blasen rechtzeitig raus und der Viruslastmethode.

3 Safer-Sex-Methoden

  • Kondom

    Beim Ficken ausreichend fettfreies, wasserlösliches oder auf Silikonbasis produziertes Gleitmittel verwenden. Niemals fetthaltige Mittel wie zum Beispiel Bodylotion, Massageöl oder Vaseline benutzen - sie lassen das Kondom sehr leicht reißen.

  • Blasen: Raus bevor's kommt

    Wenn du jemandem einen bläst und er nicht in deinen Mund abspritzt, kannst du dich nicht mit HIV infizieren. Ein Risiko besteht nur dann, wenn du infiziertes Sperma mit dem Mund aufnimmst. Die Gefahr ist aber selbst dann wesentlich geringer als beim Ficken ohne Kondom. Der Speichel wirkt verdünnend und die Mundschleimhaut ist viel weniger durchlässig für HIV als die Darmschleimhaut. Du kannst das Risiko noch weiter verringern, indem du das Sperma sofort ausspuckst und so schnell wie möglich mit reichlich Wasser nachspülst. Beim Blasen kann auch der Lusttropfen (Precum) deines Sexpartners in deinen Mund gelangen. Weil der Lusttropfen viel weniger HIV enthält als Sperma, ist das Risiko, sich damit zu infizieren, vernachlässigbar gering.

  • Mit einem positiven, nicht ansteckenden Partner in Therapie (Viruslastmethode)

    HIV-Medikamente vermindern die Zahl der Viren in allen Körperflüssigkeiten (auch im Sperma) erheblich. Wenn jemand eine funktionierende Kombinationstherapie macht und seine Viruslast seit mindestens einem halben Jahr dauerhaft unter der Nachweisgrenze (50 Kopien/ml im Blut) liegt, gilt er als sexuell nicht infektiös. Natürlich spielt hier das Vertrauen in den Partner eine große Rolle, denn im Gegensatz zum Kondom gibt es kein sichtbares Objekt, das dich schützt. Mehr Informationen zur Viruslastmethode gibt es hier.