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Café, Kultur und Begegnung

Das Sub im Portrait

Das Sub ist das Schwule Kommunikations- und Kulturzentrum Münchens, kurz Sub e.V. 1986 wurde der gemeinnützige Verein als Dach für alle Schwulengruppen der Stadt gegründet. Zum Münchner Schwulenzentrum gehören wichtige Service- und Informationseinrichtungen, etliche Freizeit- und Selbsthilfegruppen, die psychosoziale Beratungsstelle sowie die HIV-Prävention. Auch ein Café betreibt die Organisation.

Das Schwule Kommunikations- und Kulturzentrum Sub setzt sich für Dich ein, für ein selbstbestimmtes Leben schwuler Männer in München. Im Zentrum der Arbeit steht der "respektvolle Umgang miteinander" und die "Verwirklichung gelungener sozialer Beziehungen". So steht es im Leitbild des Vereins und so gilt es für alle Zukunft – auch wenn sich das Aufgabenspektrum des Münchner Schwulenzentrums stets erweitert.

In der Müllerstraße 14 fasst das Sub seit dem Umzug vor drei Jahren Kultur, Beratung und Prävention zusammen. Die Beratungsstelle, die bis zuletzt in einem eigenen Gebäude saß, ist Teil des Schwulenzentrums geworden. "Ein Zentrum für alle", heißt es seit dem 26. April 2012. In den großen Räumen sind auf immerhin 524 Quadratmetern für alle neue Angebote, Projekte und Gruppen entstanden. Das Café mit Freischankfläche hat sich zum beliebten Szenetreffpunkt entwickelt. Das Meiste läuft ehrenamtlich. 

Im Zentrum treffen sich die Freizeit-, Selbsthilfe- und interkulturelle Gruppen des Vereins, die queere Lesegruppe, die Spielefans, die schwulen Väter, Gay & Gray, der Cercle Francais, Queeramnesty und viele mehr. Auch Gastvereine sind willkommen; sie stehen oft hinter dem Tresen des Cafés und schenken aus. Mit der Lesbenberatungsstelle LeTRa gibt das Schwulenzentrum Deutsch-Konversationskurse. Kultur ist wichtig, zunehmend auch mit interkulturellem Hintergrund: Künstler stellen ihre Werke aus. Immer wieder lädt das Sub zu Lesungen (Rosa Couch), Vorträgen, Filmabenden und politischen Podiumsdiskussionen. Das Sub beteiligt sich an der Langen Nacht der Musik. Im Café finden Partys statt. Hier sitzen Infodienst und Abendberatung, sprechen Experten zu Rechtsfragen und Hartz IV; auch eine Schwule Bibliothek gibt es.

Interkulturelle Öffnung

Im Jahre 2008 hat das Schwulenzentrum mit dem ganzen Glockenbachviertel erstmals einen Maibaum aufgestellt, der - obwohl inzwischen in privater Hand - jedes Jahr auf Neue gefeiert wird. Mit der Magic Bar Tour bittet der Verein um Christi Himmelfahrt zum Kneipenbummel durch die Szene. Eine Tour voller Überraschungen. Im Sommer feiert das Schwule Kommunikations- und Kulturzentrum seinen Geburtstag mit einer Party, die in München Kultstatus genießt. Das Hans-Sachs-Straßenfest findet kurz nach dem Christopher Street Day (CSD) statt, den das Sub mit veranstaltet. An Fasching feiern wir mit den großen Szenevereinen den legendären
Rosenmontagsball im Oberangertheater. Mit diesen Straßenevents finanziert die Organisation einen Teil ihrer Arbeit.

Seit 2012 ist der Verein Teil der Pride- und Szene-Kooperation zwischen Kyiw und München, die die Lesben-, Schwulen, Bisexuellen- und Transgender-Gruppen der beiden Partnerstädte miteinander eingegangen sind. Die Kontaktgruppe Munich Kiev Queer, die die Zusammenarbeit koordiniert, trifft sich einmal im Monat in der Müllerstraße.

Wir sind für Dich da

Leider hat nicht jeder immer Grund zum Feiern. Wenn es um Identitätssuche, Beziehungs- und Suchtprobleme, Coming-out, Existenz- und Lebensängste geht, hilft die Beratungsstelle. Die Beratung ist seit Bestehen des Vereins ein wichtiger Bestandteil des Münchner Schwulenzentrums. Seit 1997 gibt es neben der ehrenamtlichen Abendberatung eine von hauptamtlichen Mitarbeitern getragene Tagesberatung. Schwerpunktmäßig hilft sie bei psychischen Krisen, sie betreut Gewaltopfer (Anti-Gewalt-Projekt) und unterstützt Flüchtlinge.

In den Verantwortungsbereich der Beratungsstelle fallen außerdem die Jugendberatung, die Coming-Out-, einige Selbsterfahrungsgruppen sowie der Besuchs- und Begleitdienst für schwule Senioren, schwule Männer mit Behinderung und sozial Bedürftige (Schwules Patenprojekt). Die Berater richten ihr Angebot zunehmend auch auf schwule Männer mit Migrationshintergrund und Flüchtlinge aus. Die Sub-Beratungsstelle klärt in der Öffentlichkeit über Homosexualität auf und engagiert sich im fachlich-wissenschaftlichen Bereich. Sie arbeitet eng mit Psychotherapeuten, Ärzten und Rechtsanwälten zusammen. 2010 hat sie mit Partnern das Aktionsbündnis für Solidarität ins Leben gerufen, das sich gegen die zunehmende Diskriminierung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender vor allem im eigenen Viertel richtet. Auch das gibt es, ja, und wir wehren uns dagegen.

HIV-Test nach Feierabend

Auch für die Gesundheit schwuler Männer in München macht sich das Sub stark. Das Projekt Prävention, das seit 1995 besteht, klärt in der Szene über HIV/Aids auf. Die HIV-Prävention des Sub steht schwulen Männern bei allen Fragen zu Safer Sex, HIV/Aids und Geschlechtskrankheiten zur Seite. Dafür kooperiert das Projekt vor Ort mit der Münchner Aids-Hilfe, auf kommunaler Ebene außerdem mit der Arbeitsgemeinschaft Aids sowie der Beratungsstelle zu sexuell übertragbaren Infektionen und arbeitet auf Bundesebene mit den Präventionsprojekten in Berlin, Frankfurt, Hamburg und Köln zusammen. Das Projekt Prävention ruht auf drei Säulen: dem Infopool, dem Präventionsteam S'AG und dem HIV-Test.

Aus dem Infopool verteilt das Projekt Informationsmaterial zum Thema in der Szene. Das Präventionsteam, die Safety-Aktionstruppe S'AG von Sub und Münchner Aids-Hilfe, macht in der Community mit eigenen Aktionen auf HIV/Aids und andere sexuell übertragbare Krankheiten aufmerksam und weckt die Lust am Safer Sex. Jeder kann mitmachen!

Seit 2005 bietet das Projekt Prävention einen szenenahen HIV-Test an. Schwule Männer können sich jeden Monat anonym und bis auf weiteres kostenlos beraten und testen lassen – und zwar zu HIV, Hepatitis A, B und C sowie zu Syphilis, Chlamydien und Gonorrhö. Die Aktion findet immer freitagabends zur Ausgehzeit statt, damit auch Berufstätige das Angebot nutzen.

Engagement zahlt sich aus

Für seine Arbeit erhält das Schwule Kommunikations- und Kulturzentrum Gelder vom Sozialreferat der Stadt München, vom Referat für Gesundheit und Umwelt und vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege. Funktionieren kann das Sub aber nur, weil sich so viele Menschen über die Maßen dafür engagieren: ehrenamtlich, hauptamtlich, als Mitglieder des Vereins, als Spender oder Gäste des Cafés. Was sie einbringen, kann das Münchner Schwulenzentrum Szene und Stadt zurückgeben. Und letztlich dir! Willkommen im Sub.