Sprachen / Languages

Die Würde des Menschen ist unantastbar

Interkulturelle Projektarbeit im Sub

Die wachsende Zahl an Migrant*innen und Flüchtlingen hat auch für das Sub Auswirkungen. Um den sozialen Frieden in der eigenen Stadt zu sichern, müssen wir Antworten finden, um schwule Männer mit Migrationshintergrund zu integrieren. Gleichzeitig verschlechtert sich die Menschenrechtslage für viele Schwule im Ausland, so in unserer Partnerstadt Kiew. Das Sub zeigt sich soldarisch und gibt etwas zurück von dem, was wir uns einst erkämpft haben.

Das Schwule Kommunikations- und Kulturzentrum will verstärkt schwule Männer mit Migrationshintergrund ansprechen und überprüft vor diesem Hintergrund seit einiger Zeit seine Kultur-, Gruppen- und Beratungsangebote. Recht jung ist zum Beispiel die Flüchtlingstruppe Refugees@Sub, die ein Patenprogramm für geflüchtete schwule Männer aufgesetzt hat. Seit einiger Zeit bietet das Zentrum in Zusammenarbeit mit LeTRa Deutsch-Konversationskurse an, um Flüchtlinge und Migranten besser in die Szene zu integrieren. Auch Sprachkurse für Anfänger gibt es inzwischen. Sprachzirkel wie der English Book Club und der Cercle Français bestehen schon seit Jahren.

Auch die Beratungsstelle kümmert sich um Migranten und Flüchtlinge, berät in Deutsch und Englisch. Sie kann für jede andere Sprache in aller Regel Dolmetscher hinzuziehen und steht bei Intervisions- und Fortbildungsanfragen speziell von Migrationseinrichtungen zur Verfügung. Ein achtsprachiger Infoflyer informiert über die Arbeit der psychosozialen Beratung in der Müllerstraße 14b.

Mit 47 anderen sozialen Einrichtungen hatte das Sub 2010/2011 erfolgreich am IQE-Projekt (Interkulturelle Qualitätsentwicklung in Münchner Sozialregionen) der Stadt teilgenommen. Das IQE-Projekt ist ein auf drei Jahre befristetes Angebot, das Fach- und Führungskräfte von Sozialeinrichtungen interkulturell berät und qualifiziert. Das Sub hatte unter den schwulen Migranten Münchens eine Umfrage durchgeführt und baut nun sein Angebotsportfolio entsprechend aus.

Pride- und Szene-Kooperation mit Kyiw

München und Kyiw sind Partnerstädte. Nach dem CSD 2012, der unter dem Motto "Fight for Global Rights – Solidarität kennt keine Grenzen" stand, sind auch die Lesben-, Schwulen-, Bisexuellen- und Transgender (LGBT)-Gruppen beider Städte eine Kooperation eingegangen. Homosexualität ist in der Ukraine zwar nicht verboten, gesellschaftlich aber nicht anerkannt. Seit einigen Jahren verschärft sich das Klima, Übergriffe nehmen zu.

Die Zusammenarbeit zwischen der Münchner und Kyiwer Szene, an der das Sub teilhat, erstreckt sich auf die Bereiche Kultur, fachwissenschaftlicher Austausch, CSD/KyivPride, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Die Kontaktgruppe Munich Kiev Queer koordiniert die Szene-Kooperation; CSD und KyivPride sind eine eigene Partnerschaft eingegangen. Gemeinsamen wollen die Communitys beider Städte die Menschenrechtssituation in beiden Ländern verbessern.