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    Ivan Kisil

    Ivan Kisil lebt in Kiew. Weit weg von den malerischen Straßen und Parks im Zentrum seiner Heimatstadt liegt sein Viertel – inmitten von Betonblocks. Der Lehrer teilt sich eine Wohnung mit seiner Mutter. Niemand weiß, dass er schwul ist. Um allein zu sein, geht er raus und macht Fotos. Mit der Kamera vor dem Auge blickt Kisil auf Szenen, die sein Leben ausmachen - das Vorstadtleben.
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    Sie plaudern

    Sie plaudern ungehemmt. Über Frauen, Politik, Ficken, Bier, die Verwandten. Brutt sieht ihn dort jeden Tag. Er ist ein Macho, Superfucker. Sie treffen sich immer am Samstag um Mitternacht. Er küsst nicht. Er steht nackt da, sieht ihn und wird hart. Er legt sich hin und Brutt legt sich hin. Sie ficken. Er spricht über Spaß, Lust. Manchmal über sein Leben. Brutt sieht ihn dort jeden Tag. Er steht da, raucht. Sie plaudern über Frauen, Politik, Fußball und sie schweigen darüber, dass jeder von ihnen einmal pro Woche anruft und in Brutts Bett liegt.
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    Er ist kein Schwuler

    Er war sehr streng. Er trainiert mit Kettlebells, macht Sport, sehr viel Sport. Er ist gut gebaut, gut trainiert. Lächelt immer und macht ein paar Witze. Wir trafen uns donnerstags. Zwischen seinen Kettlebells und den Sporthosen. Er wurde nach dem Sex jedes Mal traurig und fragte nervös, ob er jetzt schwul sei. Ich weiß bis heute die wahre Antwort nicht. Ich hoffte, dass er der Letzte in einer langen Reihe von Sexabenteuern sein würde. Aber dann hat er einmal geweint. Er sagte, er sei kein Schwuler und möchte es nie sein. Trotzdem will er mit Männern ficken. Ich schwieg und verstand ihn teilweise. Er hatte Recht: Er war kein Schwuler. Er fickte nur manchmal mit mir. Nicht mehr. Wer möchte schon schwul sein? In unserem Land und unserer Zeit? Er hatte Angst, schwul zu sein und sich selbst zu verstehen. Ich meine, er hat Angst bis heute.

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